17.03.2019 06:30 |

Reportage

Wenn die Seele Hilfe braucht

„Pro Mente“ bietet seit mittlerweile 40 Jahren ein vielfältiges Angebot für die Gesundheit der Psyche. Aktuell nehmen die Essstörungen dramatisch zu. Bald kommt sogar eine App für akute Problemsituationen.

Heuer vor vier Jahrzehnten gegründet, hat sich „pro mente“ zu einem unverzichtbaren Teil der Kärntner Gesundheitslandschaft entwickelt. Zu dem Teil, der wesentlich wird, wenn die Seele Hilfe braucht. Univ.Doz.Dr. Georg Spiel als Obmann: „Was in den 40 Jahren stieg, ist unsere Inanspruchnahme. Früher war die Dunkelziffer vermutlich höher.“

Was für Spiel aber feststeht und wovor er warnt: „Essstörungen werden dramatisch mehr. Bulimie, Magersucht, Fresssucht, all das ist Ausfluss falscher Schönheitsideale und betrifft vorwiegend Frauen. Es beginnt schon in Schulklassen mit dem fatalen Wettbewerb, wer die dünnere Figur hat.“

Was „pro mente“ einzigartig macht, ist die Vielfalt des Angebotes. Es gibt keine zentrale Stelle, es gibt aber etwa 50 Projekte in ganz Kärnten, die sich der Förderung der psychischen Gesundheit der Menschen verschrieben haben.

Georg Spiel: „Dabei ist die Dauer unserer Hilfe total unterschiedlich. Das kann ein kurzes zweistündiges Beratungsgespräch ebenso sein wie eine mehrjährige Betreuung in einer unserer Wohngemeinschaften.“ Ein Budget von 30 Millionen, wovon etwa 70 Prozent vom Land kommen und jede Menge kontrollierender Instanzen sind wirtschaftliche Eckpfeiler von „pro mente“. Womit wir bei jenen sind, die Hilfe brauchen.

Wie nennen wir sie? Patienten, Klienten, Betreute, Teilnehmer, alles ist (je nach Betreuungsform) gut und alles ist richtig. 5500 sind es in Kärnten, 5500 Menschen, deren Seelen Hilfe brauchen und die sie bei „pro mente“ finden. Spiel verteufelt auch soziale Medien nicht, er will sie nutzen. „Wir arbeiten an einer App, die Unterstützung in psychischen Problemlagen bieten wird können.“ Im Technikdeutsch nennt sich das „e-mental-health“.

40 Jahre „pro mente“ wird heuer als Jubiläumsreigen in jeder Kärntner Region Veranstaltungen bringen, ein Buchprojekt, eine CD, Vorträge und Diskussionen und am 17. Oktober ein wissenschaftliches Symposion samt Konzert.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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