Mi, 20. März 2019
12.03.2019 10:16

Forscher alarmiert

Wie schädlich sind AirPods für die Gesundheit?

Wie gefährlich sind Apples AirPods und andere kabellose Ohrhörer, sogenannte Tru Wireless In Ears? Ein US-Wissenschaftler schlägt jetzt Alarm und warnt vor gesundheitlichen Schäden durch die hochfrequent drahtlos funkenden Stöpsel.

„Meine Sorge bei AirPods ist, dass durch ihre Platzierung im Gehörgang das Gewebe im Kopf einer relativ hohen Strahlung durch Funkfrequenzen ausgesetzt ist“, sagt Jerry Philips, Professor für Biochemie an der University of Colorado, gegenüber der Website „Medium“ und verweist in diesem Zusammenhang auf Tumore und andere Erkrankungen im Zusammenhang mit „abnormalen Zellfunktionen“ als einige der potenziellen Risiken. Diese beschränkten sich jedoch nicht nur auf AirPods, so Philips weiter. Vielmehr deuteten bestehende Erkenntnisse „auf potenzielle Bedenken hinsichtlich der menschlichen Gesundheit und Entwicklung durch alle Technologien hin, die mit Funkfrequenzen arbeiten“.

Wissenschaftler appellieren an WHO
Eine Sorge, die auch zahlreiche andere Experten teilen. In einem internationalen Appell an die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Vereinten Nationen rufen rund 250 Wissenschaftler aus aller Welt, darunter auch aus Österreich, zum Schutz vor sogenannten nicht-ionisierenden elektromagnetischen Feldern (EMF) auf - wie sie etwa durch Mobiltelefone, WLAN, Rundfunk- und Fernsehantennen, Baby-Monitore oder auch intelligente Stromzähler verursacht werden.

„Basierend auf den von Experten begutachteten Publikationen sind wir im Hinblick auf die allgegenwärtige und stetig zunehmende Exposition gegenüber EMF, die von Elektroanlagen und Funkgeräten ausgeht, in großer Besorgnis“, schreiben die Wissenschaftler.

„Schädigung reicht weit über die Menschheit hinaus“
Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen hätten demnach gezeigt, „dass EMF lebende Organismen weit unterhalb der meisten international und national geltenden Grenzwerte schädigen“. Die Wirkungen umfassten ein „erhöhtes Krebsrisiko, zellulären Stress, einen Anstieg gesundheitsschädlicher freier Radikale, genetische Schäden, Änderungen von Strukturen und Funktionen im Reproduktionssystem, Defizite beim Lernen und Erinnern, neurologische Störungen und negative Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden der Menschen“. Die Schädigung reiche „weit über die Menschheit hinaus“.

Die Wissenschaftler appellieren deshalb an die WHO, EMF-Richtlinien zu entwickeln, die „tatsächlich einen wirksamen Schutz gewähren“, insbesondere hinsichtlich der Risiken für Kinder und Schwangere.

„Eindeutig unbedenklich“
Dem widersprechen andere Experten wie Kenneth Foster, Bioverfahrenstechniker an der Universität von Pennsylvania. „Es gibt viele Tausend Publikationen unterschiedlicher Qualität und Relevanz für die Gesundheit, die in alle möglichen Richtungen zeigen“, wird er zitiert. Die Daten einer gebündelten Analyse der Forschung zum Thema EMF wiesen jedoch „eindeutig auf eine Unbedenklichkeit hin“. Demnach hätten die WHO und andere Gesundheitsorganisation keine „eindeutigen Hinweise auf Gesundheitsgefahren bei Expositionsniveaus unterhalb internationaler Grenzwerte“ durch Bluetooth gefunden.

Je intelligenter, desto schädlicher?
Laut Martin Pall, emeritierter Professor für Biochemie an der Washington State University, sind die potenziellen Gesundheitsauswirkungen eines Gerätes jedoch nicht allein von der Stärke oder Intensität seiner EMF-Signale abhängig. Ein großes Problem, so Pall, habe mit elektromagnetischen „Impulsen“ zu tun - schnelle Ausbrüche elektromagnetischer Energie, die drahtlose Geräte bei der Kommunikation unterstützen.

„Wir haben wiederholte Studien durchgeführt, die deutlich zeigen, dass gepulste EMFs in den meisten Fällen biologisch viel aktiver sind als nicht-gepulste EMFs mit der gleichen durchschnittlichen Intensität“, sagt er. „Alle drahtlosen Kommunikationsgeräte kommunizieren zumindest teilweise über Pulsation, und je intelligenter sie sind, desto mehr pulsieren sie.“

Faktoren, die laut Pall von den meisten Gesundheitsbehörden weitgehend ignoriert würden. „Die sogenannten Sicherheitsrichtlinien sagen keine biologischen Effekte voraus“, so Pall gegenüber „Medium“.

Joel Moskowitz, Direktor des Center for Family and Community Health an der University of California in Berkeley, zählt wie Philips zu den Unterzeichnern der EMF-Petition. Ihm zufolge mangelt es derzeit an Forschungen speziell zum Funkstandard Bluetooth. Die breitere Forschung über EMF deute jedoch darauf hin, dass die Arten von Strahlung, die diese Kopfhörer und Ohrhörer aussenden, negative gesundheitliche Auswirkungen haben könnten.

Kabel statt drahtlos
Eine einfache und effektive Möglichkeit für Menschen, ihre Exposition gegenüber EMFs zu senken, sei die Verwendung von kabelgebundenen Geräten. „Die Ironie ist“, sagt Moskowitz in Bezug auf Bluetooth-Geräte wie Apples AirPods, „dass wir sie nicht wirklich brauchen.“

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