02.03.2019 09:07 |

Experten im Einsatz

Salisbury nach Anschlag offiziell wieder giftfrei

Ein knappes Jahr nach dem Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia ist die englische Stadt Salisbury offiziell Nowitschok-frei. Insgesamt seien zwölf Areale auf Spuren des extrem gefährlichen Nervengifts überprüft und gesäubert worden - zuletzt das Haus des Ex-Spions, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Freitag.

Das Militär hat sich mit insgesamt 13.000 Arbeitsstunden daran beteiligt. Gebraucht wurden allein mehrere Monate, um das Haus von Sergej Skripal zu dekontaminieren; die Täter sollen das Gift auf eine Türklinke geschmiert haben. Militärexperten sprachen von der längsten Aktion dieser Art, die jemals in Großbritannien stattgefunden hat. Schätzungen zufolge waren bis zu 800 Spezialisten im Einsatz. Zu den untersuchten Arealen gehörte unter anderem ein Restaurant, in dem die Skripals am Tag des Anschlags gegessen hatten.

Ex-Spion und Tochter vergiftet
Vater und Tochter saßen am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank mitten in der idyllischen Kleinstadt.
Experten wiesen bei den Opfern Nowitschok nach, das einst in der Sowjetunion entwickelt worden war. Den Anschlag sollen Russen verübt haben, die auf freiem Fuß sind.

Großbritannien und andere westliche Staaten machen Russland für den Angriff verantwortlich. Die Regierung in Moskau weist dies zurück. Aus dem Attentat entwickelte sich eine schwere diplomatische Krise.

Flakon für Parfüm gehalten und Freundin vergiftet
Die beiden Opfer überlebten und sind inzwischen an einem geheimen Ort. Unklar ist, ob sie unter Spätschäden leiden. Ein Polizist, der als einer der ersten zum Anschlagsort eilte, musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Im vergangenen Juni kam eine Frau in Salisbury durch das Gift ums Leben. Ihr Partner hatte einen Flakon mit Nowitschok gefunden und die Flüssigkeit für Parfüm gehalten.

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