02.03.2019 01:30 |

Hallen-EM in Glasgow

Dadic: „Dann hol‘ ich mir im Sommer eine Medaille“

Nur lächerliche 21 Punkte fehlten Ivona Dadic bei der Hallen-EM in Glasgow im Fünfkampf auf Bronze! So wurde es für sie leider nichts mit einer dritten Medaille in Folge bei großen Hallen-Meisterschaften. Nach jeweils Silber bei der Hallen-EM 2017 und der Hallen-WM 2018 landete Österreichs Leichtathletik-Star in Glasgow auf dem vierten Platz mit 4702 Punken - aber nur 21 (!) Zähler hinter Bronze zurück. Katararina Johnson-Thompson (GBR) gewann ganz überlegen Gold (4983). Verena Preiner wurde mit toller persönlicher Bestleistung von 4637 Punkten starke Sechste.

Hinter Thompson landete ihre Landsfrau Niamh Emerson (4731) vor der jungen Französin Solene Ndama (4723). Dann aber schon Dadic, die alles andere als schwer enttäuscht war. „Man kann nicht immer auf der Sonnenseite stehen! Zwei Medaillen in einem Jahr sind schwierig zu holen. Dann hole ich mir heuer eine Medaille im Sommer!“ Sprich bei der WM in Doha! Was noch mehr wiegen würde!

Dadic ging bei diesem Fünfkampf durch Himmel und Hölle! Ihr Auftakt über die 60 m Hürden mit 8,53 Sekunden, ihrer Saisonbestzeit, und der Hochsprung mit hervorragenden 1,84 m waren vielversprechend. Nur einmal war sie mit 1,87 m höher gesprungen. Dann aber kam ein echter Tiefschlag, als sie mit 13,33 m im Kugelstoßen vollkommen unter Wert blieb. „Das war nichts“, haderte sie. Denn heuer hatte sie ihre Kugel-Bestleistung schon auf 14,35 m verbessert. Also hatte sie dort in Glasgow gut einen Meter liegen gelassen! „Da habe ich natürlich eine Medaille verpasst! Ich weiß nicht, was da los war. Beim Einstoßen hatte ich weit über 14 m gestoßen!“ Und auch im Weitsprung stand sie schon so gut wie am Abgrund.

6,06 m im „ersten Anlauf“, dann aber ein übertretener Versuch. Zittern bis zum Ende. „Da hatten mich schon alle abgeschrieben!“ Aber Ivi, eine wahrhaft ganz große Kämpferin, landete im dritten Durchgang bei großartigen 6,42 m, womit sie ihre Bestleistung um einen Zentimeter verbesserte. Damit hatte sie den Abstand auf den Bronze-Platz bis auf 25 Punkte verkürzt. Aber das Bangen ging weiter… Beim Weitsprung zog sie sich nämlich eine Muskelverletzung im Rücken zu. Ihr Trainer Philipp Unfried gab aber bald Entwarnung: „Ivi wird die 800 m laufen!“ In der Pause zwischen Weitsprung und finalem Lauf stellte man schließlich fest, dass eine Rippe blockiert hatte - das Problem wurde umgehend gelöst! Dort lief sie starke 2:12,15. Und hatte so knapp Bronze verpasst - 4702 Punkte sind zudem nach ihrem Rekord von 4767 Zählern ihr zweitbestes Fünfkampf-Ergebnis!

Vor dem letzten Bewerb lag Preiner nur einen Rang hinter Dadic. Die Studenten-Weltmeisterin von 2017 hatte bereits bis dahin einen exzellenten Mehrkampf hingelegt! „Ich bin nur happy“, so die Oberösterreicherin, die eine Serie von Bestleistungen schaffte. 8,38 über 60 m Hürden, 1,75 m hoch, 14,32 m mit der Kugel, sogar 6,15 m im Weitsprung und dann noch 2:09,91 über 800 m. Der ganz große Durchbruch der 23-Jährigen. Österreichs Mehrkämpferinnen sind einfach Weltklasse!

Ganz tolle Zwölfte wurde mit einer Zeit von 9:06,75 Minuten Nada Ina Pauer im Finale über 3000 m - auch wenn sie selbst sich noch etwas mehr vorgenommen hatte. „Ich wollte mich noch mehr nach vorne kämpfen, das ging leider nicht!“ Aber in Europa unter den Top 12 zu sein, das ist schon wunderbar. Das Rennen gewann Lokalmatadorin Laura Muir in der mit 5000 Fans ausverkauften Emirates Arena in 8:30,61 vor Konstanze Klosterhalfen (GER) in 8:34,06.

Ausgeschieden waren zuvor Susanne Walli (400 m) und Andreas Vojta (3000 m). Walli hatte in den Vorläufen als Gesamt-36. in 54,69 Sekunden keine Chance. Die Oberösterreicherin war aber durch ihren grippalen Infekt aus der Vorwoche sehr geschwächt gewesen und konnte so nicht an ihre heuer erzielte Bestzeit von 53,44 Sekunden herankommen. Vojta kam in seinem Vorlauf als Zwölfter in 8:09,72 Minuten ins Ziel und schied als Gesamt-25. aus. „Mir hat der Speed gefehlt, um eine Chance fürs Finale zu haben“, bekannte Vojta.

Olaf Brockmann (in Glasgow)

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