20.02.2019 07:00 |

„Krone“-Interview

Felix Kramer: Wienerlied mit politischer Haltung

Ein junger Mann mit alter Seele - diese Zuschreibung hat Felix Kramer schon öfter gehört. Der 24-Jährige hat sich mit seinem Debütalbum „Wahrnehmungssache“ in den Windschatten des legendären Ludwig Hirsch gekämpft und begeistert mit seiner authentischen Art und Weise, das Wienerlied zu zelebrieren, Kritiker und Fans gleichermaßen. Vor seinem Auftritt im Wiener Konzerthaus blickte er mit uns in seine aufregende Vergangenheit, erzählt von seinen Schauspielambitionen und warum es heute unerlässlich ist, eine gesellschaftliche Haltung zu haben.

„Krone“: Felix, dein gefeiertes Debütalbum „Wahrnehmungssache“ ist mittlerweile einige Monate alt. Inwiefern hat sich deine Wahrnehmung darauf seit dem Release verändert?
Felix Kramer:
Ich kann mich sehr gut auf die Sache konzentrieren, die ich gerade mache. Zu viel zu überlegen ist irgendwann falsch, wenn man Kunst macht. Es wird immer Leute geben, die das nicht verstehen und nicht gut finden. Das habe ich gelernt, als ich experimentelle Musik machte. Mich freut der Erfolg extrem und es hat viele positive Auswirkungen. Die Wahrnehmung auf die Musik hat sich insofern verändert, dass einfach Zeit vergangen ist und ich seitdem schon wieder viel Neues geschrieben habe. Die Songs gehen teilweise in eine andere Richtung, aber das ist normal und ich hinterfrage mich immer selbst. Ich bin immer noch sehr glücklich mit dem Album und stehe dazu.

Bei dir gab es von Anfang an Vergleiche mit Bob Dylan, Jacques Brel oder Ludwig Hirsch, was gerade einen Newcomer ziemlich belasten kann. Hast du diese Art von Druck verspürt?
Im Endeffekt nützen mir diese Vergleiche und ich werde mich nicht beschweren, wenn sie passieren. Im besten Fall führt das dazu, dass sich dann jemand meine Musik anhört und positive Worte dafür findet. Mir ist klar, dass meine Musik vor allem auch textlich und von der Performance her ganz anders ist, als von all denen, die du genannt hast. Mich stresst das nicht, weil bei mir alles anders funktioniert. Über Komplimente freue ich mich wie jeder Mensch auch.

Als Liedermacher bist du in erster Linie Geschichtenerzähler. Hast du das Talent dafür immer schon gehabt, oder hat sich das nach einer gewissen Zeit erst einmal geformt?
Ich bin schon im Kindergarten auf Sesseln gestanden und habe vor versammelter Mannschaft Lieder performt. Der Hang zum Liedermachen war da und ich habe sie früh geschrieben. Songs wie „Nur Mut, alles wird gut“.  Es war ein sehr langer Prozess, Songstrukturen zu überdenken, Dinge zu verwerfen und sich selbst zu kritisieren. Es sind sicher 80 Prozent von meinen Ideen zu verwerfen. Einen bestimmten Moment, dass ich wusste, wie man ein Lied schreibt, gab es nicht.

Wie funktioniert diese eigene Qualitätskontrolle? Wann weißt du, was und ob du was verwirfst und noch einmal neu starten musst?
Einerseits sind es Dinge wie das Reimschemata. Ich finde das sehr spannend und leider wollen sehr wenige Menschen mit mir darüber sprechen. Wenn man sich „Wahrnehmungssache“ auf das Reimschemata bezogen ansieht, wird man hoffentlich etwas finden können. Es geht auch darum, ob Idee und Gefühl richtig rüberkommen und wirken. Das kann man versuchen zu beschreiben, aber es ist ziemlich schwierig. Manche Dinge muss man mit poetischer Distanz sagen, andere sehr direkt. Es ist immer ein Spiel zwischen diesen Grenzen - die Details dazu würden jetzt Stunden veranschlagen. (lacht) Es ist auch die Frage, ob eine Idee zu den anderen Liedern oder zu einer Konzertsetlist passt, also eine dramaturgische Sache. Unbewusst und impulsiv kommt irgendwann eine Idee und die muss man dann verarbeiten.

Namen wie Georg Kreisler oder Helmut Qualtinger waren für dich schon in der Schulzeit ein Thema. Das ist insofern interessant, als dass man in diesem Alter ja eher zwischen Drake, Nirvana oder Lady Gaga pendelt…
Da ich klassische Gitarre gelernt habe, war für mich alles andere schon total wild. (lacht) Rock’n’Roll war damals schnell was Arges. Andererseits haben mich immer schon Texte fasziniert. Qualtinger sticht auch als Performer heraus, er kann die Stimmfarbe unfassbar variieren und Charaktere hervorbringen. Ich habe selbst einen Hang zum Schauspiel und will das künftig weiter forcieren. Ich höre auch extrem viel Pink Floyd und Led Zeppelin. Es sind alles alte Sachen, aber sehr anders. Ich saß nicht den ganzen Tag im Studierkämmerchen und hörte nur Chansonnieres.

In deinem jungen Körper steckt also eine ziemlich alte Seele.
Das wird mir oft gesagt und ich weiß nicht ganz, wie ich das einordnen soll. Manchmal habe ich das als Kompliment verstanden, aber ich werde nicht ganz so schlau daraus. Ich habe schon einen Hang zum viel Alleinsein und Nachdenken. Ich hinterfrage Dinge und beobachte. Nach außen hin schaut das aus, als würde man nichts tun. Das ist aber der wichtige Faktor. Die Spitze des Eisbergs ist die Arbeit und darunter gibt es oft jahrelange Situationen oder Lebenserfahrungen, aus denen konkrete Inspirationen entstehen.

Du hast die experimentelle Musik schon angesprochen, dich aber auch schon mit Ska, Reggae oder Punkrock beschäftigt. Ist das Liedermacher-Genre nun aber doch das einzige, indem du dich so ausdrücken kannst, wie es dir behagt?
Ich merkte, dass es sich nicht richtig für mich anfühlte, wenn die Songs flotter waren. Wir waren auch pubertierende Sturköpfe und jeder wollte seine Linie durchsetzen, das klappte nicht. Die Leidenschaft für die experimentelle Musik blieb. Mir hat das Liederschreiben viel Zeit gekostet. Als ich klassische Gitarre studierte, habe ich sechs Tage die Woche mindestens sieben Stunden geübt und dann einen Tag freigenommen. An dem Tag habe ich dann immer ein Lied geschrieben, also in der Freizeit und ohne Ziel. Ich wollte das einfach tun und deshalb war es völlig frei von Lehren, Zensuren oder Publikumsrezensionen. Deshalb habe ich die Lieder auch so gerne und sie sind authentisch.

Ist es für einen studierten Musiktheoretiker manchmal schwierig, Kreativität und Spontanität zuzulassen?
Ich denke, es ist umgekehrt. Je mehr man weiß, umso leichter kann man locker und blind Sachen machen. Es ist für mich kein Aufwand Akkorde und Melodien zu finden, weil es mein Handwerk ist. Es ist also eher hilfreich. Ich denke aber, dass das bei jedem anders ist.

Die Gitarre ist quasi ein Teil deiner Gliedmaßen geworden.
Ich brauche die Gitarre gar nicht zum Schreiben, weil ich sie mir schon gut genug vorstellen kann. Wäre meine Musik komplexer oder aufwändiger, dann wäre das eine andere Diskussion.

Du bist in deinen Songs politisch und artikulierst dich auch auf deinen Social-Media-Plattformen recht offen. Wie etwa unlängst, als Innenminister Kickl die Menschenrechtskonvention in Frage stellte. Ist dir das Politisieren bzw. das Weitertragen deiner Ansicht ein besonderes Anliegen?
Das ist mir extrem wichtig. Es ist auch keine Diskussion, wo es um Künstler geht, sondern es ist generell der Zeitpunkt, wo sich alle politisieren müssen um zu schauen, was gerade passiert. Wie sagte schon Rosa Luxemburg: „Unpolitisch zu sein ist politisch zu sein, ohne es zu merken“. Es wird derzeit viel verdrängt und man will Dinge nicht durchschauen. Jeder Stein in diesem großen Mosaik, der etwas dagegen sagt oder Reflexion einfordert, ist wichtig. Mir persönlich hilft das auch extrem, wenn Stefanie Sargnagel oder Gustav stark daran erinnern, dass man hinschauen muss. So ist mir meine Meinung auch wichtig.

Mit dem Unterschied, dass du als Künstler natürlich viel mehr Leute erreichst als der Durchschnittsbürger, der sich selbst gerne artikuliert.
Insofern finde ich es auch noch wichtiger, es als Felix Kramer zu machen. Auf meinem privaten Newsfeed sind meine Freunde ohnehin mit mir einer Meinung.

Du siehst dich also in der Verantwortung, auf bestimmte Dinge hinzuweisen und die Menschen darauf aufmerksam zu machen?
Durchaus. Im allerbesten Fall bringt es vielleicht auch meiner Musik was, weil man mich dann hört. Mir ist es auch wichtig, möglichst nicht mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln, aber wenn es um Dinge geht, die die Demokratie gefährden, ist der Zeitpunkt auf jeden Fall da, dass man dagegen etwas sagen muss.

Das würde man sich oft von mehreren Seiten wünschen. Gibt es dahingehend viel Nachholbedarf? Auch abseits der Musikszene, wie etwa bei Sportlern zum Beispiel?
Ja. Es gab diesen offenen Brief gegen Rechtsextremismus und auch die Donnerstags-Demos sind da. Musiker wie Willi Resetarits, Clara Luzia oder Gustav kritisieren die Lage offensiv und klar. Ich will niemandem vorschreiben, was er machen soll. Man muss das Künstlerische auch ein bisschen vom Politischen trennen, aber langsam geht es um das Eingemachte. Wenn Pressefreiheit, Menschenrechte und Sozialstaat am Spiel stehen, sollen alle auch etwas sagen, die etwas dagegen haben. Wenn man nicht dagegen ist, ist man ja stillschweigend dafür.

Werden politische und gesellschaftskritische Themen hinkünftig prinzipiell stärker in deinen Texten Einzug halten?
Es gibt etwas Neues und Fertiggeschriebenes, aber viele Lieder werden es nicht sein. Das liegt auch daran, dass mich auch andere Sachen interessieren. Vieles, das mich persönlich beschäftigt, fließt in meine Arbeit ein, aber es geht nicht nur darum. Mir ist es ein Anliegen zu einer Reflexion und auch Selbstreflexion beizutragen, dass es normal ist Sachen anzusprechen, die unangenehm sind. Auch wenn es um eine Freundschaft oder eine Beziehung geht, ist das die gleiche Haltung wie meine politische. Ich möchte keine tagespolitischen Ereignisse in den Wind kommentieren, denn das würde das Lied abwerten und die Wirkung verpufft nach einer gewissen Zeit. Ich will gewisse Diskussionen auch nicht mit meiner Kunst befeuern. Ich zeige meine Haltung ohnehin klar.

Du bildest ansonsten das Leben in seinen rauen, ungeschönten Facetten ab. Ist es ein bisschen die Pflicht eines Singer/Songwriters, das Leben in Moll-Tönen und mit Melancholie abzulichten?
Es kommt darauf an, was man sagen will. Ich habe mir schon überlegt, über welche Themen ich schreiben will und dass so viel Liebe dabei rauskam, das ist einfach so passiert. Ich spreche gerne sehr unangenehme Sachen an wie im Song „Du muasst ned mehr“. Da geht es um Selbstmord und das ist ein sehr reales Thema und passiert einfach verdammt oft. Mir geht es um die Dinge, die dazwischenliegen. Es interessiert mich der Konflikt zwischen der Tatsache, dass man immer gerne hätte, dass alles im Leben schön ist, aber die Realität ist nicht so. Das wollen sich Menschen nicht eingestehen, aber ich finde es schön sich einzugestehen, dass Dinge auch nicht gut laufen.

Das Tarnen- und Täuschen-Prinzip, das durch den Erfolg von Instagram und dem Zurechtbasteln einer perfekten Fassade an die Spitze getrieben wurde.
Jeder hat den tollsten Urlaub, die tollsten Partys und die tollsten Freunde. Das ist doch urpeinlich, das kann ja gar nicht stimmen. (lacht) Wer ist denn bitte immer glücklich in seiner Beziehung und wer will mir erzählen, dass sein Beruf immer leiwand ist?

Das Echte und Authentische abzubilden ist im Endeffekt aber auch ein Statement dafür, dass du allen sagst, es wäre okay, wenn die Dinge einfach nicht gut laufen.
Genau, das ist ja auch nicht nur okay, sondern normal. Man hat einfach das Gefühl, dass die Leute es verlernen, diese Gefühle zuzulassen.

Ist es nur ein Klischee, dass selbstgeschriebene Songs heilend auf einen selbst wirken, oder steckt da durchaus mehr dahinter?
Es wirkt für mich eher umgekehrt. Ich habe schon kritische Distanz, um solche Songs zu schreiben. Ich kann nicht wochenlang auf der Bühne stehen, die Sachen singen und mich damit fertigmachen. Ich muss meine Texte jeden Abend reproduzieren, also therapeutisch ist es wohl nicht. Ich nehme meine Texte sehr ernst und auch meine Konzerte, aber ich kann in diesen Momenten viel loswerden. Bei Schauspielern heißt es ja oft, sie kämen aus der Rolle nicht mehr raus. Heilend sind meine Songs wohl nicht. Es fühlt sich schön an, diese Texte zu schreiben und dann darüber zu reden. Man legt Bilder seiner Vergangenheit hin und es passiert oft kein Happy End.

Befeuert diese wirklich große, kreative Musikszene in Österreich auch deine Inspiration und dein Songwriting essenziell?
Das Selbstbewusstsein sagt dir, dass es normal ist. Es hieß bei uns immer, man könne hier von der Musik nicht leben und sollte es am besten gleich gar nicht probieren. Ich bin froh, dass ich nicht darauf gehört habe und siehe da - es funktioniert doch. Das stärkt natürlich auch den Rücken, wenn man nicht der Einzige ist, sondern weiß, dass es viele gibt. Es ist eine wichtige moralische Unterstützung. Ich merke bei Konzerten in Deutschland sehr oft, dass die Menschen neidisch nach Wien schauen, weil hier so viel passiert. Man hat einfach das Gefühl, was Sinnvolles zu machen und das tut gut.

Würdest du dich in den breiten Kontext des Austropop verorten? Und was bedeutet Austropop für dich eigentlich?
Jeder kann mich hinsetzen, wo er will. Das ist mir sehr wuascht. Ich habe mal ein experimentell-elektronisches Konzert gespielt und der Veranstalter schrieb „Trashcorejazzpunk“ darunter. (lacht) Mir sind solche Einordnungen egal. Für mich haben immer Austria 3 den Austropop definiert und später kam ich drauf, dass es auch Peter Cornelius, Wilfried und Co. gab. Stilistisch war das damals ziemlich geschlossen, weil die Stile ähnlich waren. Wenn man heute sagt, Austropop wäre Wanda, Bilderbuch, Soap & Skin und Felix Kramer, sind das vier total unterschiedliche Stile, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Gemein haben wir nur die Geografie. Wir können Austropop so bezeichnen, dass wir stolz sein können, Musik zu machen. Deutschpop, K-Pop oder Irish-Folk sind sehr eindeutige Genres, wo man genau weiß, was man kriegt. Der Austropop ist aber nicht so stark mit der Folklore verbunden, das war früher stärker. In Amerika gab es mit Bob Dylan oder Joan Baez eine geschlossene Bewegung, die wir hier nicht haben. Es gibt einen fruchtbaren Boden, wo Leute sich bestärkt fühlen, ihre eigenständige Ideen ausdrücken. Viele kleine Plattenfirmen fördern das, was sehr wichtig ist und dann interessieren sich noch die Leute oder Sender wie FM4 für diese Musik. Ich sehe jedenfalls ein großes Selbstbewusstsein, große Kreativität und die Infrastruktur, die das dementsprechend nützt. Wie etwa das Popfest und viele andere, die junge Leute fördern und unterstützen.

Viele Kommentare im Netz bekritteln, wie sich ein 24-Jähriger quasi erdreisten kann, Geschichten zu vermitteln, die man eher mit älteren, lebenserfahreneren Liedermachern konnotieren würde. Verärgert dich so etwas, oder stehst du da drüber?
Ich lese Kommentarspalten nicht, daher weiß ich das nicht. (lacht) Ich habe bislang fast nur Positives zu diesem Thema gehört. Eher, dass sich die Leute wundern, wie ich mit dem Alter solche Dinge besingen kann. Was die Leute in ihren Internetforen, Computern oder Unterhosen hämmern, ist mir eigentlich egal. Wir wissen, wie schlimm diverse Foren bei den Tageszeitungen sein können. Da gibt es viel Hass und Schimpferei und im versteckten Raum ist das gut möglich. Unauthentischer wäre, wenn ich etwas mache, was man von mir erwarten würde. Würde ich jetzt Cloud Rap machen, weil es gerade in ist, wäre das wirklich falsch. Auf so einen Zug zu hüpfen geht auch nicht gut. Ich war 18, als ich diese Lieder schrieb und das geschah aus persönlichem Interesse. Mich hat zwischendurch sogar geärgert, dass der Voodoo Jürgens so durchgestartet ist. Nicht, weil ich ihm nichts vergönne, sondern weil man mir damit vorwerfen könne, ich springe auf seinen Zug auf. Das war zum Glück nicht so und ich mache einfach das, was ich machen will.

Wenn es um die Arbeit geht, bezeichnest du dich selbst durchaus auch als anstrengenden Kontrollfreak.
Wenn man mit mir arbeitet, dann kann es schon schwierig sein. Ich habe zu sehr vielen Sachen klare Vorstellungen. Text und Kompositionen sind meine Burg, in die man nicht reinkommt und auch sonst gibt es Entscheidungen wie Schlagzeug-Fills, das Mischen oder welches Mikrofon ich wann verwende. Es gibt aber auch Leute, die viel mehr wissen als ich und mir viel sagen können. Ich kann all das nur emotional finanzieren, wenn ich bei meiner Meinung bleibe. Wenn man das Bauchgefühl verliert und Strömungen folgt, ist man als Künstler schnell verloren. Ich bin keinesfalls beratungsresistent und viele Lieder und Arrangements wurden von meinem Team oft so geformt, dass sie am Ende ein ganz anderes Gesicht hatten. Ich brauche einfach lange, weil meine Musik impulsiv und emotional ist und ich muss dann dazu stehen. Ich muss am Ende die Interviews geben, auf der Bühne stehen und dafür geradestehen, deshalb müssen die Songs auch so klingen, wie ich es für richtig halte.

Anfangs warst du sehr talentierter Basketballer, bis ein Handbruch deine mögliche Karriere beendete. Musik und Sportler zu sein, ist in etwa so selten, wie gleichzeitig Deutsch und Mathematik zu beherrschen. Ging das bei dir wirklich immer parallel?
Ich war in Deutsch immer gut und in Mathe sehr schlecht. (lacht) Ich hatte einmal die Woche trainiert und wollte Basketballer werden, aber die Gitarre interessierte mich anfangs nicht. Das lief nicht parallel, sondern hat sich gewandelt. Wenn du heute meine Freunde fragst, ob ich ein Sportfreak wäre, würden sich wahrscheinlich alle totlachen. Die traurige Wahrheit ist, dass der Sport aus meinem Leben ein bisschen verschwunden ist. Ich gehe gern Essen oder ein Bier trinken, das ist mir momentan lieber. (lacht)

2018 war ein wahnsinnig erfolgreiches Jahr für dich, jetzt steht der Auftritt im Wiener Konzerthaus an und es wird natürlich weitergehen. Wie wird das Jahr 2019 bei dir aussehen?
Wir versuchen in Deutschland und auch in Österreich noch mehr Konzerte zu spielen und ich arbeite natürlich schon an neuen Songs und an einem neuen Album. Das dauert noch, weil es ein langer Arbeitsprozess ist, aber es gibt extrem viele neue Nummern und die werden dann wohl Anfang 2020 in ein Album gegossen. Ich werde auf jeden Fall neue Songs schon vorher live spielen - auch im Wiener Konzerthaus.

Weil du deine Schauspielambitionen angesprochen hast - reizt dich die Theaterbühne mehr oder die Filmwelt?
Mich interessiert die Kamera viel mehr, weil sie näher am Realismus ist. Wahrscheinlich bin ich durch meine Musikvideos auf den Geschmack gekommen. Wenn ich singe habe ich ein Mikrofon. Dort kann ich flüstern oder meine Stimme kann wegbrechen. Auf einer Theaterbühne kann ich das nicht machen. Die Verwandtschaft mit Mikrofon und Kamera ist eher gegeben, als wenn man ohne Verstärkung auf der Theaterbühne 500 Leute anschreien muss.

Und wo genau würdest du dich da verorten? Das kann ja alles Mögliche sein. Nur der „Traumschiff“-Kapitän ist mit Florian Silbereisen bereits vergeben…
Schade, dann werde ich diese Rolle wohl nicht mehr bekommen. (lacht) Mich interessieren viele Sachen, wo etwas verborgen liegt. Ich bin unlängst als Falco-Imitator aufgetreten und die Ambivalenz des Liebevollen und Aggressiven in seinem Song „Jeanny“ fasziniert mich. Das ist mir auch in meinen Liedern ungemein wichtig. „An deiner Schulter“ auf meinem Album ist ein ähnlicher Song, der sich zwischen zwei sehr stark unterscheidenden Polen bewegt. Die Verbindung von introvertiert und aggressiv ist das Interessante.

Am 6. März spielt Felix Kramer im renommierten Mozart Saal des Wiener Konzerthauses. Weitere Fixtermine in Österreich: am 28. März im Grazer Orpheum, am 29. März im Container in Wolfsberg und am 11. April im Kremser Kino im Kesselhaus. Alle weiteren Infos und Tickets gibt es unter www.felixkramer.at

Robert Fröwein
Robert Fröwein

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