18.02.2019 13:46 |

Sieben Parteiaustritte

Offene Rebellion gegen Labour-Chef Corbyn

Innerhalb der britischen Labour-Partei ist es am Montag zur offenen Rebellion gegen Parteichef Jeremy Corbyn gekommen. Nicht weniger als sieben prominente Abgeordnete erklärten ihren Austritt aus der Partei und werden ab sofort als „unabhängige Gruppe“ im Parlament vertreten sein. Der Grund für die Abspaltung liegt in Corbyns Führungsstil, seinem Kurs in der Brexit-Frage sowie im Umgang mit antisemitischen Tendenzen in der größten Oppositionpartei des Vereinigten Königreichs.

Besonders hart dürfte die Sozialdemokraten der Rücktritt des charismatischen Abgeordneten Chuka Umunna treffen. Er gilt als Jungstar seiner Partei und führt eine Gruppe an, die ein zweites Brexit-Referendum fordert. Neben Umunna traten auch Luciana Berger, Ann Coffey, Angela Smith, Chris Leslie, Mike Gapes und Gavin Shuker aus.

Glasklare Worte der abtrünnigen Abgeordneten
Umunna, der als möglicher Nachfolger von Corbyn gehandelt worden war, sagte am Montagvormittag, die Politik in Großbritannien sei „kaputt“. „So muss es nicht sein. Wenn Sie eine Alternative wollen, helfen Sie uns dabei, sie aufzubauen.“ Berger, die jahrelang Opfer antisemitischer Angriffe war, sagte, die Partei sei „institutionell antisemitisch“ geworden. Sie habe sich zuletzt dafür „geschämt“, ihr anzugehören. Gapes sagte, er sei „wütend“, dass sich Labour beim Brexit „mitschuldig“ mache. Leslie warf der Partei einen „Verrat an Europa“ vor.

Meinungen über Labour-Chef klaffen auseinander
Schon länger wird befürchtet, dass die Partei auseinanderbrechen könnte. Die Meinungen über Corbyn, der auf Neuwahlen setzt, gehen stark auseinander. Viele werfen dem Alt-Linken vor, im Streit um den EU-Austritt zu lange keine klare Position bezogen zu haben. Corbyn, der die Abspaltung der sieben Abgeordneten bedauert, wird Mangel an Enthusiasmus für die EU vorgeworfen.

Corbyns Angebot von May abgeschmettert
Kürzlich stellte Corbyn Premierministerin Theresa May die Unterstützung seiner Partei in Aussicht, falls sie beim Brexit eine Zollunion und eine Anbindung an den EU-Binnenmarkt akzeptiere. May lehnte das strikt ab. Großbritannien will die Europäische Union in knapp sechs Wochen - am 29. März - verlassen.

Antisemitismus-Vorwürfe gegen Corbyn
Zudem werden seit Jahren Antisemitismus-Vorwürfe gegen Corbyn und seine Partei erhoben. Im vergangenen Sommer räumte er öffentlich in einem Video ein, dass Disziplinarverfahren gegen antisemitische Parteimitglieder zu langsam und zaghaft betrieben worden seien. Kritiker werfen dem 69-Jährigen eine einseitige Unterstützung der Palästinenser im Nahostkonflikt vor.

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