Handel besorgt

Amazon vor den Toren Wiens: 10.000 Jobs in Gefahr?

Wien
13.02.2019 06:00

Knapp 10.000 Quadratmeter Fläche, 150 Lageristen & Co. - der Internet-Gigant Amazon weihte am Dienstag sein bereits im Oktober in Betrieb gegangenes Verteilzentrum in Großebersdorf (NÖ), keine 15 Kilometer von der Wiener Stadtgrenze entfernt, ein.

Für die Einkaufsstraßen und Zentren in der Stadt der nächste schwere Schlag, sagt Handelsobmann Rainer Trefelik. „10.000 Arbeitsplätze stehen in Wien zur Diskussion“, so Trefelik. Natürlich nicht nur wegen des Händlerriesen vor der Stadtgrenze. Auch Dauer-Demos und strikte Schließzeiten würden dem stationären Handel stark zusetzen.

„Wir sollten eine Regelung treffen, dass wir zumindest an sechs Sonntagen im Jahr aufsperren können. Diese sechs Termine wären den Kunden klar kommunizierbar“, so der Spartenchef in der Wirtschaftskammer.

(Bild: APA/HANS KLAUS TECHT)

Kritik an Ministerin Schramböck
Trefelik kritisiert die Anwesenheit von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) bei der Amazon-Eröffnungsfeier. Einem US-Konzern, der in Österreich kaum Steuern zahlt, solle nicht der rote Teppich ausgerollt werden.

Margarete Schramböck (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Margarete Schramböck

Schramböck selbst mahnte mehr Fairness von Amazon ein, etwa im Hinblick auf die Digitalsteuer. Die Steuer komme, internationale Großkonzerne würden sich ihr nicht entziehen können. Amazon sei zudem eingeladen, „bei uns auch Forschung und Entwicklung zu betreiben“, so die Ministerin.

A. Schönherr, Th. Lauber, Kronen Zeitung

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