Do, 21. Februar 2019
07.02.2019 13:12

20.000 tote Tiere

Vogelsterben in der Nordsee lässt Forscher rätseln

In der Nordsee hat es ein rätselhaftes Massensterben von Alkenvögeln gegeben. Wie Forscher am Mittwoch mitteilten, wurden von den nördlichen Watteninseln bis zu Zeelands Stränden im Südwesten der Niederlande 20.000 tote Trottellummen angeschwemmt. Alle Tiere wiesen demnach Zeichen schwerer Entkräftung auf.

Der Meeresbiologe Mardik Leopold von der Universität Wageningen sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Lage sei „alarmierend“. Die Gründe für das Massensterben seien unklar. Möglicherweise führte das stürmische Winterwetter dazu, dass die Tiere keine Kraft hatten, Heringe oder Sprotten zu sich zu nehmen. Die Frage sei allerdings, warum es das Massensterben nur in den Niederlanden gegeben habe.

Zusammenhang mit Containerschiff-Havarie?
In niederländischen Medien wurde darüber spekuliert, ob es einen Zusammenhang zwischen den toten Vögeln und der Havarie des Containerschiffs MSC Zoe in der Nordsee geben könnte. Dabei waren Anfang Jänner während eines Sturms im Seegebiet vor der deutsch-niederländischen Grenze zahlreiche Container über Bord gegangen, darunter zwei mit Gefahrgut.

Die Schweizer Reederei MSC sprach am Mittwoch nach niederländischen Angaben von mindestens 341 Containern. Vorher war von rund 270 Containern die Rede gewesen. Dadurch gelangten Schuhe, Autoteile, Plastikspielzeug und Kunststoffe ins Meer.

Autopsien an toten Vögeln geplant
Erste Untersuchungen ergaben, dass sich in den Mägen der Vögel keine Plastikteile befanden, wie Leopold erklärte. Kommende Woche wollen die Wissenschaftler an den toten Tieren Autopsien im großen Maßstab vornehmen.

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