03.02.2019 08:17 |

Ausgezeichnet

Gabalier: Viel Lärm um einen Faschingsorden

Andreas Gabalier wirbelte eine Woche lang nonstop durch die Medienlandschaft - schuld war Karl Valentin. Am Samstagabend wurde dem Sänger nun der Orden, der nach dem großen Komödianten benannt ist, von der Faschingsgesellschaft Narhalla verliehen. „Wenn alle Leute so tolerant wären wie ich, ich glaube, dann hätten wir auf dieser Welt überhaupt keine Sorgen“, wünschte sich der Steirer bei seiner Dankesrede in München von seinen Kritikern mehr Toleranz.

Begründet wurde die Auszeichnung damit, dass Karl Valentin sich zeitlebens als Volkssänger gesehen habe und Gabalier quasi ein „Volkssänger 2.0“ sei. Wie kein anderer verstehe er es, volkstümliche Musik mit Stadionrock zu verbinden. Die Verleihung des Ordens an Gabalier hatte im Vorfeld Wirbel ausgelöst, wozu auch Conny Bischofberger Gabalier in ihrem großen Interview befragt hatte.

Seine Musik habe gar nichts mit der Kunst von Karl Valentin zu tun, kritisierte etwa Sabine Rinberger vom Valentin-Karlstadt-Musäum. Zudem warf sie dem 34-Jährigen - ebenso wie andere Kritiker - rechtspopulistische, homophobe und frauenfeindliche Tendenzen vor.

„Das mag schon sein, dass das manchen nicht schmeckt“
Die Kritik wies Gabalier in seiner Dankesrede für den Orden zurück. Die Anschuldigungen seien haltlos und er distanziere sich von dem, was ihm vorgeworfen werde. Ein Grund für die Kritik sei für ihn Neid, deutete Gabalier an. „Wenn da so ein ,Lausbua‘ in der Lederhos‘n daherkommt, dann mag das schon sein, dass das dem einen oder anderen nicht schmeckt, dass man da solche Massen bewegt.“ Den Orden werde er „mit einem breiten Grinser“ über die Fotoserie seiner bisherigen Münchner Konzerte hängen.

Alt-Rock-‘n‘-Roller Peter Kraus (79) nannte Gabalier in seiner Laudatio einen „jungen, gut aussehenden Lederhosenfreak“, der den Rock ‘n‘ Roll zu neuen Höhen empor katapultiert habe. „Du hast die Lederhose salonfähig gemacht - und ich vor Jahren die Jeans.“

Und so gibt‘s, wie überall im Leben, zum Glück immer zwei Seiten der Medaille, Pardon, des Ordens ...

Kronen Zeitung/krone.at

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