02.02.2019 07:39 |

280 Alarmierungen

Kärntens Feuerwehren im Unwettereinsatz

Schnee, Glatteis und vor allem Regen halten Kärntens Einsatzkräfte seit der Nacht zum Samstag auf Trab. Vor allem in Oberkärnten mussten die Feuerwehren und Räumungsdienste bereits Freitag zu mehreren Unwettereinsätzen ausrücken. In erster Linie mussten Straßen geräumt und Keller ausgepumpt werden.

200 Mal rückten die Feuerwehren seit in der Nacht auf Samstag zu Unwetter- und Bergeeinsätzen aus. Die meisten Einsätze wurden bis dato in den Bezirken Hermagor und Spittal verzeichnet. So wurde unter anderem die Sachsenburger Landesstraße teilweise überflutet. Die Feuerwehren rückten zudem zu Wohnhäusern aus, bei denen sie überflutete Keller auspumpen musssten.

Lesachtal war abgeschnitten
Die Bezirkshauptmannschaft Hermagor teilte Samstagvormittag mit, dass aufgrund der starken Schnee- und Regenfälle im Lesachtal mehrere Bäume umgestürzt sind. Die Gailtal Straße (B111) zwischen Wetzmann (Kötschach) und Maria Luggau musste daher bis 17 Uhr gesperrt werden.
Die Stromversorgung wurde bis auf einige Einzellgehöfe wieder hergestellt. Diese sollten jedoch spätestens Sonntagfrüh wieder am Stromnetz angeschlossen sein.

Drautalstraße wurde zu Bach, Pkw blieb stecken
Bereits am Freitagabend verklauste neben der Drautal Bundesstraße (B 100) im Ortsgebiet von Dellach das sogenannte Kirchbachl, wodurch die Abflüsse der B 100 rückstauten und nicht mehr abfließen konnten. „Dabei wurde die Fahrbahn gut 40 Zentimeter unter Wasser gesetzt. Eine 48-jährige Frau aus Osttirol blieb mit ihrem Auto in diesem Bereich stecken, wobei Wasser in den Motorraum eindrang und der Pkw nicht mehr funktionierte“, schildert ein Polizist.

Die Drautal Bundesstraße musste in diesem Bereich bis etwa 23:45 Uhr gesperrt werden. Die FF Dellach/Drau sowie die Straßenmeisterei rückten aus. Der Polizist weiter: „Die Verklausung im Kirchbachl konnte mit einem Bagger entfernt werden, wodurch dann auch die Abflüsse wieder funktionierten.“

Fahrzeugbergung in Nötsch
In Nötsch musste die Feuerwehr hingegen zu einer Fahrzeugbergung in der Sucha (Saak) ausrücken. „Am Einsatzort wurde festgestellt, dass durch den hohen Wasserstand und Schneematsch in der Rupa ein Fahrzeug stecken geblieben ist. Das Fahrzeug konnte rasch geborgen werden“, heißt es seitens der Freiwilligen Feuerwehr Nötsch.

Auch im Rosental mussten überflutete Keller ausgepumpt werden. Die Lage sei jedoch unter Kontrolle, heißt es.

Der nasse schwere Schnee sorgt auch in Osttirol für Probleme: In Anras und Tristach waren Stromleitungen unterbrochen und zahlreiche Haushalte ohne Strom. Die Mitarbeiter der Tinetz sowie Feuerwehren stehen im Einsatz.

Mure in der Inneren Einöde
Samstagvormittag ging südlich der Millstätter Bundesstraße im Bereich der Inneren Einöde eine Stein-Geröll-Mure ab, welche einen Baum mitriss. Dieser kam quer über die Fahrbahn zu liegen und musste von den Feuerwehren Winklern und Afritz entfernt werden.

Föhnsturm blieb aus
In Unterkärnten war vom vorhergesagten Föhnsturm mit mehr als 100 Stundenkilometer bisher zum Glück nichts zu spüren. Die Wettersituation wird sich in den nächsten Stunden in Kärnten großteils beruhigen - somit scheint das Schlimmste überstanden zu sein. Die Einsatzkräfte bleiben aber dennoch in erhöhter Alarmbereitschaft.

Schnekettenpflicht
Kettenpflicht herrscht bei Fahrten über die Turrach, den Katschberg, den Wurzenpass, das Nassfeld und auf den Falkert. Der Plöckenpass sowie der Seebergsattel sind derzeit wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Regen und Glatteis verlangen aktuell in ganz Kärnten erhöhte Vorsicht von allen Verkehrsteilnehmern.

Erhöhte Lawinengefahr
Aufgrund der aktuelle Wettersituation ist nicht abzuschätzen, wie sich der Schnee sowie der Regen lawinenmäßig auswirken kann. Vor allem wegen umgestürzter Bäume könnten Lawinen bis auf Straßen niedergehen. In den Bezirken Spittal und Hermagor herrscht auf den Bergen derzeit daher Warnstufe 4 (groß!). Die Compton Hütte in den Gaiultaler Alpen ist aktuell von der Außenwelt abgeschnitten - es liegen 2,5 meter Schnee. Der eingeschlossene Hüttenwirt Mario Fischer warnt daher vor Touren zur Hütte bzw. Richtung Reißkofel.

Mehr dazu unter:

Alex Schwab
Alex Schwab
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