Sa, 16. Februar 2019
01.02.2019 12:13

Tierschutz

Kälbertransporte: Volksanwalt schaltet sich ein!

Die unendliche Geschichte um die fragwürdige Praxis bei Kälbertransporten aus Vorarlberg nach Südtirol erfährt eine neue Wendung! Laut Informationen der „Krone“ befasst sich jetzt auch Volksanwalt Günther Kräuter mit der Causa  - er hat bereits ein Prüfverfahren eingeleitet! Unter anderem stellt sich ihm die Frage, ob die Vorarlberger Behörden gemäß den Vorschriften gehandelt haben.

Die für den Tierschutz zuständige Bundesministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) bekam am Donnerstag Post. Der Absender: Volksanwalt Günther Kräuter. Der Inhalt des Schreibens, das der „Krone“ vorliegt, ist gerade aus Vorarlberger Sicht hochbrisant: Er habe einschlägigen Medienberichten entnommen, so Kräuter, dass es „seit geraumer Zeit im Zusammenhang mit Kälbertransporten von Vorarlberg nach Bozen immer wieder zu massiven tierschutzrechtlichen Problemen kommt“. Konkret bestehe der Verdacht, dass den „unionsrechtlichen Bestimmungen“, wonach die Kälber nach Ankunft am Bestimmungsort eine Ruhezeit von mindestens 48 Stunden erhalten müssen, nicht entsprochen werde.

Haben Behörden korrekt gehandelt?
Kräuter betont in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass gemäß der geltenden „Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport“ die zuständigen österreichischen Behörden das Fahrtenbuch eigentlich erst dann abstempeln dürften, wenn sie sich vergewissert haben, dass sowohl beim Transport wie auch am Bestimmungsort alle rechtlichen Anforderungen erfüllt wurden. Vor diesem Hintergrund will der Volksanwalt von Hartinger-Klein vor allem zwei Fragen beantwortet wissen: War es überhaupt rechtens, dass die zuständigen Behörden das Fahrtenbuch abgestempelt haben, obwohl am Bestimmungsort offenkundig die Ruhezeitvorgabe nicht eingehalten wurde? Und haben die zuständigen Behörden bereits Kontakt mit ihren italienischen Kollegen aufgenommen, um zumindest in zukünftigen Fällen eine Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten?

Südtiroler Volksanwältin ebenfalls informiert
Die Antworten darauf könnten in Vorarlberg ein mittleres politisches Erdbeben auslösen. Die Causa „Kälbertransporte aus Vorarlberg“ beschäftigt übrigens nicht nur die österreichische Volksanwaltschaft: Kräuter hat zwischenzeitlich auch die für den Tierschutz zuständige Südtiroler Volksanwältin Gabriele Morandell über die im Raum stehenden Missstände informiert.

E. Walser, Kronen Zeitung/krone.at

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