Betrugsvorwürfe:

Zahnarzt ist nun den Vertrag mit Krankenkasse los

Hohe Wellen hat der „Krone“-Bericht über einen Zahnmediziner aus dem Bezirk Steyr-Land geschlagen. Ihm wird Pfusch und schwerer Betrug vorgeworfen. Das Gesundheitsamt nahm Kontakt mit der Staatsanwaltschaft auf und prüft eine Berufsuntersagung. Krankenkasse und Zahnärztekammer haben auch reagiert.

„So etwas habe ich in meiner langen Berufstätigkeit noch nie erlebt“, ist auch Hans Schrangl, Präsident der Zahnärztekammer, entsetzt. Ein Dentist aus dem Bezirk Steyr-Land soll Patienten und Versicherungsanstalten um zumindest 300.000 Euro geprellt haben. Auch Pfusch wird ihm vorgeworfen. Eine Frau landete nach einer Wurzelbehandlung auf der Intensivstation. Die Zahnärztekammer zog jedenfalls Konsequenzen. Der Zahnarzt, für den die Unschuldsvermutung gilt, darf keine Notdienste mehr ausüben. „Mehr können wir rechtlich leider nicht tun“, bedauert Schrangl.

Arzt kämpft um Vertrag
Auch die OÖGKK hat reagiert. Der Kassen-Vertrag wurde aufgelöst. Allerdings wird diese Entscheidung vom Zahnarzt angefochten. „Uns wurden mindestens 150.000 Euro zu viel verrechnet. Bei den Prüfungen tauchen aber ständig weitere Ungereimtheiten auf. Der Betrag könnte noch viel höher werden“, heißt es aus der Krankenkasse.

Verlust der Berufserlaubnis droht
Eingeschaltet hat sich auch das Gesundheitsamt des Landes. Die ermittelnde Staatsanwältin wurde um eine dringende Auskunft ersucht. „Sollte sich ein begründeter Verdacht der strafbaren Handlung herausstellen und wir eine Gefahr für Patienten sehen, werden wir eine vorläufige Berufsuntersagung verhängen“, so Direktor Matthias Stöger.

Mario Zeko
Mario Zeko
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Samstag, 12. Juni 2021
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