Salzburg-Jungstar

Wolfs Wechsel nach Leipzig hat noch ein Nachspiel

Mit 20 Minuten Verspätung hob Flug TP 557 gestern aus München Richtung Portugal ab. Mit einem „Vorsprung“ dank des längsten Trainingslagers der zwölf Bundesliga-Klubs will der Winterkönig am 2. Februar nach Hause zurückkehren. Zehn Tage, darin enthalten zehn Trainingseinheiten, zwei Testspiele: Zeit genug, um sich in Ruhe aufs Frühjahr vorzubereiten. Einen besseren Zeitpunkt zur „Flucht“ in den Süden hätte Hannes Wolf da für die Bekanntgabe des Wechsels zu Leipzig nicht wählen können: 

Am Mittwoch ist es offiziell geworden, dass der Steirer mit Ablauf dieser Saison zum deutschen Bundesligisten geht. „Überläuft“, wenn man auf die Reaktionen der Fans hört. Es dauerte Mittwochnachmittag nur Minuten - der Sturm der Entrüstung über den heiklen Transfer war nicht nur im Internet entbrannt.

  • Weil Wolf der bereits 16. Salzburger seit 2012 ist, der beim unbeliebten Schwesterverein anheuert.
  • Weil Wolf nach dem 3:2 im Herbst beim Rangnick-Klub in der Europa League hinausposaunt hatte, dass Leipzig eine eigentlich gar nicht mehr so interessante Adresse für Salzburger wäre.
  • Und vor allem, weil Wolf am Mittwoch in einer etwas unüberlegten Video-Botschaft „an die lieben Fans“ die eigenen, durchaus mutigen Aussagen vom September herunterspielen wollte.

Anschuldigen im Netz
Unglaubwürdig, verräterisch, geldgetrieben: das waren noch die harmloseren Bezeichnungen, die auf Wolf im Äther einprasselten. Für den das Frühjahr gerade im eigenen Stadion zum Spießrutenlauf werden, ein Nachspiel haben könnte ...

Fan-Teile fühlen sich verkauft. Den Bonus, den der Offensivmann dank des starken Herbsts mit fünf Toren und neun Assists erworben hat, scheint verspielt zu sein. Vergessen scheint es, dass just Wolf mit der Top-Vorlage zum 3:2-Siegestor von Fredrik Gulbrandsen entscheidend an der Sensation in Leipzig mitgewirkt hatte.

Harte Probe wartet
Die Fan-Seele hat ungewöhnlich laut aufgejubelt, als das „kleine“ Salzburg mit den zwei Siegen gegen das „große“ Leipzig die Machtverhältnisse in der Fußballwelt von Red Bull anzugreifen schien. Die flotten Sprüche unter anderem von Hannes Wolf trugen zur allgemeinen Aufbruchsstimmung bei. Einten den Klub und sein Umfeld, das sich seit Jahren eher als brav liefernder Ausbildungsverein für Leipzig denn als ernsthafter Konkurrent der Deutschen gefühlt hatte. Dieses Wir-Gefühl wird nun erneut auf eine harte Probe gestellt.

Valentin Snobe/Lagos, Kronen Zeitung

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