So, 17. Februar 2019
21.01.2019 06:01

Fairere Beispiele

Mathe als Problemfall: Einfachere Matura geplant

Es steht zwar erst das Ende des Wintersemesters vor der Tür, trotzdem sorgt die Mathe-Zentralmatura schon zu Jahresanfang für Aufsehen. Nachdem im Vorjahr jeder Fünfte bei der schriftlichen Rechenarbeit scheiterte, will Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) die Textbeispiele schon heuer einfacher bzw. fairer gestalten.

Für viele Schüler war die Mathe-Klausur im Vorjahr ein Albtraum. So erhielten 22 Prozent in den AHS einen Fünfer, an den BHS schrieben 19 Prozent einen Fleck. Wobei es an den Gymnasien doppelt so viele Nicht genügend gab wie im Jahr 2017. Im Bundesländer-Ranking lieferten übrigens Oberösterreichs AHS-Maturanten schriftlich das beste Mathe-Ergebnis mit nur 15 Prozent Fünfern. In Wien kassierten gleich 28 Prozent einen Fleck. Etwas besser fiel das Ergebnis an den Berufsbildenden Höheren Schulen aus.

Für viele war schließlich die mündliche Prüfung die Rettung. An den Gymnasien konnten zwei Drittel ihre negative Note ausradieren, bei den BHS waren es sogar drei Viertel.

Aufgaben verständlicher
Doch die Kritik verstummte nicht. So waren im 1. Teil der Klausuren kleine „Fallen“ eingebaut, über die ein Schüler in der Nervosität leicht stolpern kann. Bildungsminister Faßmann will noch im Jänner die geplanten Änderungen bei der Zentralmatura im Fach Mathematik vorstellen.

Wie angekündigt, sollen die Texte der Aufgaben verständlicher werden, bestätigte Faßmann gegenüber der „Krone“ am Sonntag. Dafür hat er den ehemaligen Wiener Stadtschulratspräsidenten Kurt Scholz beauftragt. Nun wisse man genau, was Lehrer und Schüler über die Mathe-Matura denken.

Neben der Verständlichkeit sind auch inhaltliche Änderungen geplant. Ein Rechenfehler solle nicht reichen, eine ansonsten korrekte Prüfung vollends abzuwerten. Beides gehe sich bis zum nächsten Termin aus.

Religiöses „Neutralitätsgebot
Weiters hat sich der Minister in der ORF-Sendung „Hohes Haus“ für ein religiöses „Neutralitätsgebot“ für Lehrer ausgesprochen. Das heißt, Lehrer sollen keine religiöse Kleidung tragen. Und: Faßmann bekräftigte seine Absicht, für Schüler der Oberstufe, die nicht den konfessionellen Religionsunterricht besuchen, einen verpflichtenden Ethikunterricht einzuführen.

Martina Münzer, Kronen Zeitung

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