Mo, 21. Jänner 2019

Gefahr durch Drohnen

09.01.2019 15:41

Austro Control testet für Flughäfen Hightechabwehr

Der Drohnen-Boom sorgt im In- und Ausland immer wieder für brenzlige Situation am Himmel. So etwa am Londoner Flughafen Gatwick, wo vor Weihnachten Drohnen den Flugverkehr für Tage lahmlegten und 1000 Flüge ausfielen. Als Konsequenz hat man dort aufgerüstet und militärische Drohnen-Abwehrtechnologie angeschafft und installiert. Auch die heimischen Airports und die Austro Control, die für Sicherheit im österreichischen Luftraum verantwortlich zeichnet, evaluieren bereits den Einsatz von Hightech-Equipment.

Der Flughafen Wien-Schwechat stehe, was die Bedrohung durch Drohnen betrifft, mit der Exekutive - die Polizei verfüge über eine eigene Spezialeinheit für Drohnenabwehr - und der Austro Control, die für den sicheren und wirtschaftlichen Ablauf des Flugverkehrs im österreichischen Luftraum verantwortlich ist, in engem Kontakt, sagt Airport-Sprecher Peter Kleemann.

Sicherheitsgipfel mit Verkehrsministerium geplant
Die Flugsicherheit habe höchste Priorität, weshalb auch ein Sicherheitsgipfel mit Experten des Verkehrsministeriums sowie der Austrol Control geplant sei. Dabei soll erörtert werden, welche zusätzlich Maßnahmen getroffen werden können. Auch der Einsatz neuer Technologien soll diskutiert werden, so Kleemann im Gespräch mit krone.at.

Drohnen-Abwehrtechnologie, wie sie jüngst in Gatwick (Bild unten) und in London-Heathrow installiert wurde, gebe es auf den heimischen Flughäfen noch nicht, sagt Markus Pohanka, Sprecher der Austro Control, die in ganz Österreich über 100 Flugsicherungsanlagen - dazu gehören Radar-, Kommunikations- und Navigationsanlagen - betreibt, auf Anfrage von krone.at.

Hightech-Systeme derzeit in Erprobung
Man sei aber mit verschiedenen Herstellern diesbezüglich in Kontakt und evaluiere die Möglichkeiten, es seien sogar Systeme zur Detektion (zum Aufspüren; Anm.) von Drohnen in Erprobung, verriet Pohanka. Ob solche Hightech-Anlagen in naher Zukunft auf Österreichs Flughäfen zum Einsatz kommen, sei aber noch völlig unklar. Es gebe auch schon die Möglichkeit, Drohnen mittels sogenannter Jammer (das sind starke Funksender, mit denen die Kommunikation des Fluggerätes mit seinem Piloten unterbrochen wird; Anm.), vom Himmel zu holen. Aus Sicherheitsgründen sei eine solche Lösung derzeit aber nicht angedacht, so Pohanka.

Video: Mit einem Bodenradar wie dem Thales Squire kann man ein Gebiet überwachen, das frei von Drohnen bleiben soll.

Beträchtliche Schäden bei Zusammenstoß
Drohnen, vor allem größere Modelle, die mehr als 250 Gramm wiegen und für die bereits seit 2014 auch eine Bewilligung durch die Austro Control erforderlich ist, können beachtliche Geschwindigkeiten erreichen und daher beträchtliche Schäden anrichten, wenn sie mit einem Flugzeug oder Hubschrauber kollidieren, wie etwa Tests von US-Wissenschaftlern zeigen eindrucksvoll zeigen (siehe Video unten).

Weshalb das österreichische Luftfahrtgesetz unter anderem ein absolutes Drohnen-Verbot über und im Umfeld von Flughäfen - also dort, wo Maschinen landen oder starten - vorsieht. Wer sein Fluggerät hierzulande ohne Bewilligung in Betrieb nimmt, begehe eine Verwaltungsübertretung und müsse bei vorsätzlicher Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt mit einer Geldstrafe von bis zu 22.000 Euro rechnen, warnt Pohanka. Es handle sich dabei um kein Kavaliersdelikt.

Londoner Flughafen Heathrow stoppte Abflüge
Dass auch die Installation von Drohnen-Abwehrtechnologie nicht verhindern kann, dass Flugzeuge vorübergehend am Boden bleiben müssen, hat sich erst am Dienstag gezeigt, als der Flughafen Heathrow, der zu den wichtigsten Airports international zählt, am Abend wegen einer Drohnen-Sichtung mehr als eine Stunde lang alle Abflüge stoppte. Es habe sich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, hieß es.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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