Do, 24. Jänner 2019

40 Lenker erwischt

03.01.2019 10:21

Gaffer fassen nach Zugunglück Geldstrafen aus

Während die Ermittler das tödliche Zugunglück in Dänemark aufarbeiten, könnte einigen Schaulustigen das Gaffen am Ort der Tragödie teuer zu stehen kommen: 40 Autofahrern, die den Schauplatz auf der Storebaelt-Brücke nach dem Unfall fotografiert haben, wurden Geldstrafen aufgebrummt. Die Polizei forderte Respekt für die Betroffenen der Tragödie, bei der fünf Frauen und drei Männer ihr Leben verloren hatten. 

Entgegen erster Meldungen, in denen von sechs Toten die Rede war, ist die Anzahl der Todesopfer am Donnerstag auf acht nach oben korrigiert worden. Die Rettungskräfte entdeckten zwei weitere Leichen in den Trümmern des Wracks. 16 Menschen wurden verletzt, sie sollen sich Polizeiangaben zufolge nicht in Lebensgefahr befinden. 

Unglücksort fotografieren „illegal“ und „unmoralisch“
Die Polizei der Region Fünen warnte auch auf Twitter davor, Aufnahmen zu machen. „Denken Sie daran, dass es für den Fahrer sowohl illegal als auch unmoralisch ist, den Unfallzug zu filmen“, so die Exekutive.

Polizei: Zeigen Sie Respekt vor den Betroffenen
Doch das war Dutzenden Schaulustigen egal. Die Polizei berichtete in einem weiteren Tweet von 40 Autofahrern, die angezeigt wurden, weil sie ihr Handy am Steuer verwendet haben, um die Unglücksstelle zu fotografieren. „Das ist einfach nicht in Ordnung. Zeigen Sie Respekt vor den Betroffenen - und beachten Sie das Straßenverkehrsgesetz!!!“, forderte die Behörde Lenker auf.

Augenzeuge: „Wir mussten über die Toten klettern“
Was die Betroffenen durchmachen mussten, schilderte ein 19-jähriger Überlebender Medien noch am Tag des Unfalls. „Wir mussten über die Toten klettern, die unter all den Trümmern auf dem Boden lagen, um zu den Verletzten zu gelangen und ihnen zu helfen“, beschrieb der 19-jährige Überlebende Simon Voldsgaard Tondering die dramatischen Momente nach dem Unfall. Er sei auf dem Weg in die Arbeit gewesen, als der Zug plötzlich zu beben begann und er Funken sprühen sah. „Dann fingen alle Fenster an zu zerbrechen, Scherben flogen über unsere Köpfe hinweg und die Platten in den Decken wurden abgerissen. Dann wurde alles schwarz“, so Tondering.

Ermittlung der Ursache kann Monate dauern
Die Ermittler sind einen Tag nach der Katastrophe weiter mit der Identifizierung der Toten beschäftigt. Für Donnerstag wurden mehr Informationen über die Opfer angekündigt. Auch die Wracks des Passagier- und des Güterzuges werden noch genauer untersucht, um die Unfallursache aufzuklären. Das kann mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern. Für die Untersuchung wurden die Fahrzeuge in einen abgesperrten Bereich bei Nyborg am westlichen Ende der Brücke gebracht.

Lastwagen soll auf Passagierzug gefallen sein
Bisher wird davon ausgegangen, dass ein leerer Lastwagenanhänger vom Güterzug herunterfiel und den entgegenkommenden Passagierzug mit insgesamt 134 Menschen an Bord rammte. Es herrschte ein schweres Unwetter, als das Drama seinen Lauf nahm. 
Die Tragödie gilt als schwerstens Zugunglück seit drei Jahrzehnten in Dänemark.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
krone.at-Sportstudio
Alle Infos aus Kitzbühel und zum Drama um Vonn
Video Show Sport-Studio
Fett, schlank, schnell
Neuer Porsche 911: Wirklich der beste Elfer ever?
Video Show Auto
Neun gesunde Welpen
Ausgesetzte Hündin ist Mama geworden
Tierecke
St. Ulrich im Greith
Eine Tiersegnung für Kuh, Katz & Co.
Tierecke
„Viel zu dünn“
Celine Dion ist nur noch Haut und Knochen
Video Stars & Society

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.