13.12.2018 14:49 |

Eigene Tourismuszonen

ÖVP macht erneut Druck bei Sonntagsöffnung

Die ÖVP hat am Donnerstag ihre Forderung erneuert, in touristischen Gebieten Wiens das Shoppen auch sonntags zu ermöglichen. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Kanzleramtsminister sowie ÖVP-Landesparteiobmann Gernot Blümel appellierten in einer Pressekonferenz an Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Tourismuszonen zu schaffen, in denen die Geschäfte sonntags geöffnet haben dürfen.

„Wien ist das einzige Bundesland in Österreich, in dem es keine Tourismuszonen gibt“, kritisierte Blümel. „Dabei ist gerade Wien in der Vorweihnachtszeit voll von Tausenden Touristen, denen es am Sonntag verwehrt ist, hier Geld auszugeben und damit Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu schaffen“, so der ÖVP-Politiker.

„In jedem Skiort ist das möglich, nur in der Weltstadt Wien nicht“, empörte er sich. Käufer würden entweder in den Onlinehandel oder in das nah gelegene Bratislava ausweichen. „Das ist ein regelhaftes Amazon-Förderprogramm.“

Sonntagsöffnung „in touristischen Hochburgen“
„Hier fließt Kaufkraft ins Ausland ab“, stimmte Schramböck zu. Die ÖVP setze sich für die Einführung der Sonntagsöffnung „in touristischen Hochburgen“, wie der gesamten Inneren Stadt, dem Gebiet rund um Schönbrunn und der Inneren Mariahilfer Straße aus. In diesen Zonen soll es das ganze Jahr über erlaubt sein, Geschäfte sonntags zu öffnen. Es gehe nicht darum, eine generelle Ausweitung der Ladenöffnungszeiten zu propagieren, versicherte sie: „24/7 ist nicht unser Ziel“.

Gewerkschaft: „Affront gegen Handelsangestellte“
Die Debatte um die Sonntagsöffnung in Wien läuft bereits seit Jahren. Die Gewerkschaft war nicht zuletzt mit Verweis auf zusätzliche Belastungen für das Personal stets skeptisch bis ablehnend der Idee gegenüber. So auch am Donnerstag: Die Gewerkschaft GPA-djp bezeichnete den Vorstoß von Blümel und Schramböck als „Affront gegen Wiener Handelsangestellte“. Unterstützt wird die Forderung dagegen von der Österreichischen Hoteliervereinigung.

Bürgermeister muss Öffnung verordnen
Tourismuszonen, in denen Geschäfte am Sonntag öffnen dürfen, müssen in Wien vom Bürgermeister verordnet werden. Ludwigs Vorgänger Michael Häupl (SPÖ) hatte grundsätzlich Bereitschaft dafür signalisiert, allerdings eine Einigung zwischen Wirtschaftskammer und Gewerkschaft zur Grundbedingung gemacht.

Auf eine Einigung mit der Gewerkschaft, die vor drei Jahren eine Umfrage unter den Handelsbeschäftigten durchgeführt hatte, bei der 95,9 Prozent angegeben hatten, nicht am Sonntag arbeiten zu wollen, will Blümel nicht warten. „Wenn man sich derart versteift, wird auch die nächsten 30 Jahre nichts passieren“, meinte er.

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