21.11.2018 19:35 |

Aus dem All sichtbar

Riesige Termiten-Stadt in Brasilien entdeckt

Im Nordosten Brasiliens stehen auf einer Fläche von fast der Größe Großbritanniens rund 200 Millionen von Termiten geschaffene Hügel. Einige der großen Bauten sind schon rund vier Jahrtausende alt und sogar aus dem Weltall sichtbar.

Bei den rund zweieinhalb Meter hohen und neun Meter breiten Hügeln handelt es sich nicht um Nester, sondern um Abraumhalden - die Termiten lagern dort bis heute das beim Bau ihrer unterirdischen Tunnelsysteme anfallende Erdreich ab, berichten Forscher im Fachjournal „Current Biology“.

Größtes von Insekten errichtetes Bauwerk
„Die Menge des abgeräumten Erdreichs beträgt über zehn Kubikkilometer. Das entspricht dem Volumen von 4000 Großen Pyramiden von Gizeh“, sagte Stephen Martin von der britischen Universität Salford. „Es handelt sich um eines der größten Bauwerke, das jemals von einer einzelnen Insekten-Spezies errichtet wurde.“

Hügel sind bis fast 4000 Jahre alt
Die Wissenschaftler hatten Proben aus dem Inneren von elf Hügeln genommen. Diese sind demnach rund 700 bis 3800 Jahre alt - und damit so alt wie die ältesten bekannten Termitenhügel in Afrika. „Das Besondere ist, dass die Hügel extrem alt sind - bis zu 4000 Jahre, fast wie die Pyramiden (in Ägypten)“, sagte Roy Funch von der staatlichen Universität im brasilianischen Feira de Santana.

Gut versteckt in Buschwerk
Viele der Hügel in dem etwa 230.000 Quadratkilometer umfassenden, nach wie vor von Termiten besiedelten Gebiet liegen versteckt im Buschwerk der Caatinga-Landschaft. Sie kommen nur zum Vorschein, wenn das Unterholz beseitigt wird - etwa beim Anlegen von Weideflächen.

„Es ist unglaublich, dass man heutzutage noch solch ein unbekanntes biologisches Wunder von dieser Größe und diesem Alter entdecken kann, dessen Erbauer noch existieren“, sagte Martin von der Universität Salford, der die laubfressenden Termiten der Art Syntermes dirus nun weiter erforschen will.

So sei die genaue Struktur ihrer Kolonien noch immer unbekannt. Beispielsweise sei in der Region noch nie die Kammer einer Termitenkönigin entdeckt worden, berichten die Wissenschaftler.

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