18.10.2018 10:40 |

IS plante Anschlag

„Haarige“ Attentäter wollten unerkannt einreisen

Der von deutschen Behörden durchkreuzte Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat sorgt für internationale Schlagzeilen. Wie berichtet, hatte die islamistische Terrororganisation Ende 2016 den Auftrag erteilt, einen Großanschlag in Deutschland auszuführen. Eines der möglichen Ziele: ein Musikfestival in Norddeutschland. Die verhinderten IS-Attentäter hatten sogar ihr Aussehen mit Haartransplantationen verändert, um unerkannt zu bleiben, wie die „Bild“-Zeitung nun berichtete.

Nach Erkenntnissen der Ermittler sah der Plan vor, dass drei Zellen mit potenziellen Attentätern nach Deutschland geschleust werden sollten. In Deutschland sollten die Männer zur Tarnung verheiratet werden. Die erste IS-Zelle für den großen Anschlagsplan bestand demnach aus dem Bremer Adnan S. und dem Hamburger Zulhajrat S. Der Bremer S. war zuvor bereits in einem IS-Hinrichtungsvideo in Erscheinung getreten.

Dschihadisten wollten unerkannt nach Deutschland reisen
Ende 2016 wurden beide in der Türkei mit gefälschten Papieren aufgegriffen und verhaftet - nachdem sie sich einer Haartransplantation unterzogen hatten. Offenbar wollten die beiden Dschihadisten ihr Aussehen verändern, um unerkannt nach Deutschland reisen zu können, heißt es in dem Bericht weiter.

Zur zweiten Anschlagszelle gehörte der Hildesheimer Dominik W. sowie ein weiterer Dschihadist. W. dürfte der Zeitung zufolge mittlerweile in Syrien ums Leben gekommen sein. Wie viele Mitglieder der dritten Zelle angehörten, ist indessen unklar. Sie soll auch in den Anschlagsplan auf ein Musikfestival in Norddeutschland involviert gewesen sein, wie Verfassungsschützer vermuten.

Zu dieser dritten Anschlagszelle gehörte offenbar auch der 2017 bei einem gezielten US-Luftschlag nahe der syrisch-irakischen Grenze getötete Ömer D. Der als gut vernetzt beschriebene D. galt als hochrangiges deutsches IS-Mitglied und soll bei der Terrororganisation in die Finanzverwaltung involviert gewesen sein.

Ömer D. soll nach Angaben der „Bild“ einem gewissen Abu Mussab Al-Almani zugearbeitet haben, der als Chefplaner des vereitelten Anschlags in Deutschland gilt. Dahinter soll sich der inzwischen angeblich bei Kämpfen in Syrien zu Tode gekommene Schweizer Thomas C. verbergen, der als ranghöchster bekannter IS-Funktionär aus dem deutschsprachigen Raum galt.

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