Mi, 24. Oktober 2018

Wespen und Hornissen

20.09.2018 06:00

Nach dem Super-Sommer kommt das große Stechen

Wespen und Hornissen sind heuer eine besondere Plage. Der Super-Sommer lieferte den Insekten ideale Fortpflanzungsbedingungen. Jeder der sich im Freien bewegt, kann zum Opfer der lästigen Biester werden. Bis Ende September muss man besonders aufpassen, denn so lange ist für Wespen und Hornissen noch „Hochsaison“.

Wespenstiche sind keine Gaudi. „Mir ist schwindlig und schwarz vor Augen geworden. Da hab ich gewusst, dass ich ganz dringend Hilfe brauch, weil ich nämlich selbst bei der Feuerwehr bin und schon einige Kurse absolviert hab“, erzählt Danny Krottenmüller (33) aus Mörschwang (OÖ). Der Baggerfahrer hatte im August mit der Baggerschaufel in ein Erdwespennest gestochen, wurde 20-mal gestochen.

„Schuld“ an den vielen Schwarmattacken ist der Super-Sommer, der ideal für die Vermehrung der stechfreudigen Insekten war, erklärt Fritz Gusenleitner vom Linzer Biologiezentrum (siehe auch Interview unten).

„Besonders gefährlich sind Wespenstiche in der Mundhöhle. Da kann es zu einer Schwellung im Kehlkopf kommen, es droht akute Erstickungsgefahr. Mit Eiswürfeln kühlen, sofort zum Arzt“, warnt Barbara Ernst, Dermatologin am Linzer Ordensklinikum Elisabethinen: „Bei allergischen Reaktionen gibt es Abstufungen, es muss nicht immer gleich ein anaphylaktischer Schock sein. Bei stärkeren Reaktionen zum Arzt!“

„Wer klug ist, hat bei Ausflügen immer eine Zitrone dabei“
„Krone“: Herr Gusenleitner, Sie sind einer der bekanntesten Insekten-Experten in Österreich. Warum gibt es heuer eigentlich so viele Berichte über Wespenattacken?
Fritz Gusenleitner: Das liegt an dem Super-Sommer. Die Wespen und Hornissen konnten jeden Tag ausfliegen, Nester bauen und Nahrung suchen. Das ist ähnlich wie am Bau, wenn es nie regnet, die Handwerker keinen „60er“ machen müssen und darum viel weitergeht.

Das erklärt, warum es heuer so viele Wespen gibt. Aber warum werden diese dann so aggressiv?
Schauen Sie, die Wespen haben rund ums Nest eine Aggressionsdistanz von zwei bis vier Metern. Sie verhalten sich in diesem Umkreis nicht anders als Sie selbst, wenn jemand an Ihrer Haustüre herumfummelt. Da werden Sie auch aggressiv, weil Sie Ihren Bau und Ihre Nachkommenschaft verteidigen wollen. Wespen, die sich angegriffen fühlen, versprühen Gift in die Luft - und das wirkt dann wie ein Signal an den Schwarm, gemeinsam zur Verteidigung auszurücken.

Was raten Sie als Insektenkundler Betroffenen, um Wespenattacken möglichst gut zu überstehen?
Ich habe einen ganz einfachen Tipp, den jeder beherzigen sollte, der zum Beispiel alleine in den Bergen unterwegs ist. Immer eine Zitrone mitnehmen, die Säure neutralisiert das Eiweiß des Insektengifts. Das ist ein ganz einfaches, aber bewährtes Gegenmittel, das keinen Aufwand bedeutet.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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