Do, 20. September 2018

Wegen Streik

16.09.2018 16:54

Hunderte Flughafenarbeiter in Istanbul verhaftet

Gefährliche Arbeitsbedingungen, verzögerte Lohnzahlungen und eine miserable Unterbringung - gegen diese Missstände traten Hunderte Arbeiter auf der Baustelle für den neuen Flughafen in Istanbul in den Streik. Dieser ist aber im Keim erstickt worden. Die Polizei nahm rund 500 Arbeiter fest, auch eine Solidaritätskundgebung wenig später wurde gewaltsam aufgelöst. Auch kam es zu Dutzenden Verhaftungen. Der Flughafen ist ein Prestigeprojekt von Präsident Recep Tayyip Erdogan und soll bis Ende Oktober fertig werden.

Laut der Bauarbeitergewerkschaft Dev Yapi-is wurden bei Protesten gegen die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle am Samstag insgesamt 534 Arbeiter und vier Gewerkschaftsvertreter festgenommen, 160 seien noch am selben Tag freigelassen worden. Die übrigen seien weiterhin in Gewahrsam, ohne dass die Gewerkschaft oder Anwälte Kontakt zu ihnen hätten, sagte Gewerkschaftschef Özgür Karabulut am Sonntag.

Betreibergesellschaft verspricht Besserung
Nach Angaben des Verkehrsministeriums starben bisher mindestens 27 Arbeiter auf der riesigen Baustelle, 13 der Todesfälle standen demnach in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Arbeit. Bauarbeiter berichten dagegen, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer wesentlich höher sei und Unfälle dort sehr häufig seien. Die Betreibergesellschaft IGA teilte inzwischen mit, mit Vertretern der Arbeiter gesprochen zu haben. Sie sagte eine rasche Behebung von Missständen zu.

Regierung freut sich bereits auf größten Flughafen der Welt
Insgesamt 35.000 Menschen arbeiten auf der Baustelle, darunter 3000 Ingenieure und Verwaltungsmitarbeiter. Der Flughafen soll nach Angaben der Regierung der größte der Welt werden. In der Anfangsphase sollen dort 90 Millionen Passagiere verkehren, doch soll ihre Zahl mittelfristig auf 150 Millionen steigen.

Wegen der Zerstörung großer Waldgebiete im Norden der Bosporus-Metropole und der erwarteten Auswirkungen auf die Vogelzugrouten zwischen Europa und Asien wird das Megaprojekt auch von Umweltschützern kritisiert.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.