Mi, 14. November 2018

Causa Praterstern

24.08.2018 12:39

„Zu früh, von Verdrängungseffekt zu reden“

Positiv zieht die Polizei auch nach vier Monaten Alkoholverbot am Kriminalitätshotspot Wiener Praterstern Bilanz: Seit Inkrafttreten wurden weniger Delikte registriert, heißt es vonseiten der Exekutive am Freitag. Doch immer noch orten nicht alle eine derart positive Entwicklung: So spricht der Bezirk weiterhin von einem Verdrängungseffekt - und auch für die Streetworker vor Ort sei die Arbeit schwieriger geworden. Hilfsorganisationen halten es allerdings für verfrüht, von einer Verlagerung zu sprechen.

Von 27. April, dem Einführungsdatum, bis inklusive 2. August - aktuellere Zahlen gibt es derzeit vonseiten der Polizei nicht - zählte man insgesamt 430 Anzeigen, 752 Abmahnungen und 59 Organmandate im Zusammenhang mit dem Alkoholverbot. Zudem wurden auch mehr als tausend alkoholische Getränke eingezogen, berichtete die Exekutive. „Die Zahl der ,marginalisierten‘ Personen ist zurückgegangen, somit auch die Zahl der alkoholbedingten Anzeigen, Delikte und in Folge auch der Angriffe auf die Beamten“, so die Exekutive. Auch die Einsätze wegen reglos aufgefundener Menschen sei drastisch gesunken, wodurch Polizeikräfte für andere Einsätze bzw. Bestreifungen freigespielt würden.

Bezirk sieht Bürgermeister in der Pflicht
Der „Verdrängungseffekt“, den etwa Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (Grüne) beklagt, sei „marginal“, heißt es weiter. Diese allerdings will sehr wohl eine Vertreibung Betroffener in umliegende Grätzel beobachtet haben und sieht auch weiterhin Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) in der Pflicht. Auch hat der Bezirk bereits erste Maßnahmen gesetzt. Einige Sitzbänke auf der Praterstraße werden etwa versetzt. Hotels und Geschäfte hätten sich beschwert, dass immer wieder pröbelnde Personen vor den Eingängen stünden oder dort etwa urinieren würden.

Mangelnde Präsenz vor Ort will sich die städtische Sucht- und Drogenkoordination jedoch nicht vorwerfen lassen. Die Sozialarbeit sei am Praterstern und in der Umgebung seit dem Alkoholverbot verstärkt worden, erklärte dazu Koordinator Ewald Lochner. Die Arbeit jedoch wurde für die Streetworker beileibe nicht einfacher, gab er zu. So sieht das auch das Rote Kreuz. „Unsere Klienten ziehen größere Kreise“, berichtete Sprecher Alexander Tröbinger. „Früher wussten wir, wo sie sind. Das ist jetzt schwieriger.“

„Zu früh, von Verdrängungseffekt zu reden“
Dennoch ist man sich seitens der beiden Organisationen einig, dass es zu früh sei, von einem Verdrängungseffekt zu reden. Denn gerade in den Sommermonaten würde sich generell mehr Menschen im Freien aufhalten. Deshalb sei auch eine längere Betrachtung der Lageentwicklung nötig, die sich über alle Jahreszeiten erstreckt, um weiter effektive und effiziente Maßnahmen setzen zu können, so Lochner.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Wien
Aktuelle Schlagzeilen
Nach vier Siegen
Solari erhielt bei Real Madrid Vertrag bis 2021!
Fußball International
Nur mehr 12 erlaubt?
England will nach Brexit Legionärs-Zahl reduzieren
Fußball International
Die „Krone“ zu Besuch
Matt: „Mit den Pferden ist’s wie beim Skifahren!“
Wintersport
Zahlen aus Ministerium
Abschiebungen: Plus 46%, beinahe 50% vorbestraft
Österreich
Im Derby auf der Bank
Genoa-Krise: Juric bekommt doch noch eine Chance!
Fußball International
Klub der 37-er
Tag der Karriere-Enden! Drei Weltgrößen hören auf
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.