Di, 13. November 2018

Causa Pastor Brunson

17.08.2018 10:27

Trump legt gegen Türkei nach: „Wir zahlen nichts!“

Im Polit-Poker zwischen den USA und der Türkei um die Freilassung des in türkischer U-Haft sitzenden US-Pastors Andrew Brunson hat US-Präsident Donald Trump weitere Drohungen geäußert. „Wir werden nichts für die Freilassung eines unschuldigen Mannes zahlen. Aber wir setzen bei der Türkei nach“, schrieb Trump in der Nacht auf Freitag auf Twitter.

Zuvor hatte bereits US-Finanzminister Steven Mnuchin angedeutet, es könnten weitere Sanktionen gegen folgen, sollte der Pastor nicht schnell freigelassen werden. Die Türkei wirft dem Mann vor, 2016 am Putschversuch gegen Erdogans Regierung beteiligt gewesen zu sein.

Handfeste Krise zwischen zwei NATO-Partnern
Trump erklärte, die Türkei habe sich nicht als „guter Freund“ der USA erwiesen. Die Krise zwischen den beiden NATO-Partnern dürfte sich dadurch weiter verschärfen. Der evangelikale Pastor Brunson war vor zwei Jahren im westtürkischen Izmir in Untersuchungshaft genommen worden und wurde kürzlich unter Hausarrest gestellt. Trump hat wiederholt seine umgehende Freilassung gefordert. Anfang August verhängte seine Regierung Sanktionen gegen zwei türkische Minister, die die Türkei erwiderte.

Video aus dem Archiv: Erdogan ordnet Sanktionen an

Erdogan hofft auf Investoren aus dem Ausland
Wegen der Krise war es zu massiven Währungsturbulenzen in der Türkei gekommen. Erdogan hofft deswegen auf das Engagement finanzstarker Investoren. Vier Tage nachdem die türkische Landeswährung Lira wegen des Streits mit den USA auf historische Tiefstände gefallen war, sprach Finanzminister Berat Albayrak am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit 4000 ausländischen Investoren aus Europa, den USA und dem Nahen Osten.

Keine Intervention des IWF 
Albayrak zufolge scheint eine von vielen Investoren vorgeschlagene Intervention des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht anzustehen. Man sei nicht im Kontakt mit dem IWF, sagte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Priorität sei, die Inflation, die die 15-Prozent-Marke überschritten hat, auf einen einstelligen Wert zu drücken.

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