Do, 16. August 2018

Streit um Pastor

04.08.2018 12:21

Erdogan ordnet Sanktionen gegen US-Minister an

Neue Eskalation im Fall des in der Türkei inhaftierten und nun unter Hausarrest gestellten US-Pastors Andrew Brunson. Nach den US-Sanktionen gegen türkische zwei Minister - ihre Vermögen in den USA werden eingefroren - hat die Türkei nun entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen: Präsident Recep Tayyip Erdogan ordnete am Samstag das Einfrieren möglicher Vermögen der US-Minister für Justiz und Inneres in der Türkei an, wie er in einer Fernsehansprache in Ankara bekanntgab.

Hintergrund des Streits zwischen den beiden NATO-Partnern ist die Inhaftierung des US-Pastors Andrew Brunson in der Türkei, dessen Freilassung aus dem Hausarrest Washington verlangt.Die US-Regierung beharrt darauf, dass Brunson - gegen den in der Türkei Terrorvorwürfe erhoben wurden - unschuldig ist. „Wir sehen keine Beweise dafür, dass Pastor Brunson irgendetwas falsch gemacht hat“, hatte am Mittwoch eine Sprecherin des Weißen erklärt.

Erdogan wirft USA „zionistische Mentalität“ vor
US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Donnerstag vor einer Woche mit Sanktionen gedroht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betonte am Mittwoch erneut, dass sein Land solche Drohungen nicht akzeptieren werde und warf den USA eine „evangelikale, zionistische Mentalität“ vor.

Brunson lebt seit mehr als 20 Jahren in der Türkei. Er war Pastor an einer Kirche in der Küstenstadt Izmir, als er im Oktober 2016 - wenige Monate nach dem Putschversuch in der Türkei - festgenommen wurde. Hintergrund schienen zunächst Visumprobleme zu sein, nach US-Angaben sollte Brunson ausgewiesen werden. Im Dezember verhängte ein Gericht dann aber wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft gegen den 50-Jährigen.

Pastor drohen bis zu 35 Jahre Haft
Brunson werden Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und zur Bewegung um den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 35 Jahre Haft für den US-Pastor. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Vergangene Woche wandelte ein Gericht die Untersuchungshaft wegen gesundheitlicher Probleme Brunsons in Hausarrest um. Festgehalten wird er damit weiterhin. Erdogan fordert von den USA die Auslieferung Gülens.

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