Mi, 19. Dezember 2018

Explosion am Flughafen

22.07.2018 16:58

Afghanischer Vizepräsident entgeht Attentat

Ein blutiger Anschlag hat die Rückkehr des afghanischen Vizepräsidenten Abdul Raschid Dostum nach mehr als einem Jahr im türkischen Exil überschattet. Kurz nach seiner Ankunft am Sonntag kam es zu einer Explosion am Flughafengelände. Laut Behördenangaben wurden dabei am Flughafeneingang, wo sich Dostum-Anhänger versammelt hatten, mindestens elf Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Der Politiker blieb unverletzt.

Lokale Medien berichteten, der Konvoi des 63-Jährigen habe den Flughafen nur wenige Minuten vor der Explosion verlassen. „Die Explosion ist wahrscheinlich auf einen Selbstmordattentäter zurückzuführen“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Ließ Vizepräsident politischen Konkurrenten entführen und foltern?
Dostum war im Mai 2017 in die Türkei geflohen, weil ihm in seinem Heimatland ein Strafverfahren wegen Misshandlung, Entführung und Vergewaltigung eines Rivalen drohte. Er soll Ende 2016 seinen Leibwächtern befohlen haben, seinen Rivalen Ahmed Ishchi mehrere Tage lang zu verschleppen, zu foltern und gemeinschaftlich zu vergewaltigen.

Präsident Ashraf Ghani hatte den Usbeken Dostum 2014 zu seinem Stellvertreter ernannt, um bei den ethnischen Minderheiten im Norden Afghanistans zu punkten. Die Ernennung des einstigen Kriegsherren brachte ihm aber auch scharfe Kritik ein. Dostum wird für schwere Verbrechen nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban verantwortlich gemacht. Auch diesmal könnten strategische Überlegungen des afghanischen Staatschefs hinter der Rückkehr Dostums stecken. Nächstes Jahr finden Präsidentschaftswahlen statt und Dostum soll - so die Vermutung von Beobachtern - die Zustimmung der usbekischen Volksgruppe im Norden Afghanistans sichern.

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