Mo, 20. August 2018

„Auch nicht für Geld“

20.07.2018 06:59

Libyen: „EU-Asylzentrum wird‘s hier nicht geben“

Die EU plant, Flüchtlinge außerhalb ihrer Grenzen unterzubringen - doch diese Idee kommt in Libyen nicht gut an. „Nein, das wird es bei uns nicht geben“, betonte Regierungschef Fayez al-Sarraj in Hinblick auf Aufnahmezentren in seinem Land. Auch wenn es dafür eine Entschädigung gäbe, lehne der diese Maßnahme ab: „Wir werden auch keine Deals mit Geld mit der EU machen, um illegale Migranten aufzunehmen.“

Was die Pläne von Asylzentren in Drittstaaten betrifft, findet Sarraj gegenüber der „Bild“ klare Worte. „Wir sind absolut dagegen, dass Europa ganz offiziell bei uns illegale Migranten unterbringen will, die man in der EU nicht haben möchte“, so der libysche Staatschef. Die EU solle vielmehr „mit den Ländern reden, aus denen die Menschen kommen, und dort auch Druck ausüben“. Auch Albanien hatte der Errichtung von Asyllagern eine Absage erteilt.

Sarraj sagte, er wundere sich „schon sehr darüber, dass in Europa mittlerweile niemand mehr Migranten aufnehmen will, aber uns bittet, hier weitere Hunderttausende aufzunehmen“.

Libyen wünscht sich mehr Kontakt zu EU-Politikern
Der libysche Regierungschef wünscht sich mehr Besuche von EU-Politikern in seinem Land: Um Menschenschmuggler stärker bekämpfen zu können, seien globale Anstrengungen notwendig, weil das Schmugglernetzwerk international sei. Wichtig dafür sei auch, „dass europäische Politiker ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie es in Libyen aussieht“. Er hoffe in diesem Zusammenhang auch auf einen baldigen Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die EU hatte sich bei ihrem Gipfel Ende Juni auf eine Verschärfung ihrer Einwanderungspolitik verständigt. Sie will unter anderem Migranten in Aufnahmezentren außerhalb der EU unterbringen.

Menschen auf Meer zurückgelassen? „Ungeheure Vorwürfe“
Sarraj verteidigte zudem die Küstenwache seines Landes gegen Kritik. Zu Vorwürfen, sie habe Menschen zurückgelassen, sagte er: „Das sind ungeheure Vorwürfe, die nicht stimmen und von unserer Küstenwache bereits klargestellt wurden. Wir retten jeden Tag Hunderte Menschen vor der Küste Libyens.“ Das Land brauche aber mehr technische und finanzielle Unterstützung, sagte der Premier. Eine spanische Organisation hatte der libyschen Küstenwache vorgeworfen, bei einem Einsatz zwei Frauen und ein Kind auf hoher See zurückgelassen zu haben.

„Terroristen, Kriminelle und Menschenschmuggler“ unter Migranten
Der libysche Premier forderte einen globalen Plan, um die Flüchtlingskrise zu lösen. Libyen sei nur das Transitland, das die Menschen für ihre Flucht nutzten. „Wir haben Flüchtlingsunterkünfte für mehrere Zehntausend Menschen geschaffen, aber in unserem Land halten sich mehrere Hunderttausend illegale Migranten auf, was die Sicherheitslage massiv verschlechtert. Unter ihnen sind Terroristen, Kriminelle und Menschenschmuggler.“

 krone.at
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