So, 23. September 2018

Ewiger Achtelfinalist

04.07.2018 13:38

Schwache WM-Darbietung: Schweiz-Presse außer sich

Es war die große Chance für eine außergewöhnliche Generation. Doch die Schweiz bleibt bei Großereignissen in K.o.-Spielen sieglos. Auch bei der WM in Russland schied die „Nati“ mit einem 0:1 gegen Schweden im Achtelfinale aus. Einmal bei Europameisterschaften und nun fünfmal bei Weltmeisterschaften kam seit 1954 das Aus beim ersten Entscheidungsspiel.

„Wir bleiben der ewige Achtelfinalist“, stellte das Boulevardblatt „Blick“ resignierend fest. Für Enttäuschung in der Schweiz sorgte nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise, wie es zustande kam. Ohne großes Aufbäumen fügten sich die Schweizer einer Niederlage als besseres Team. Mehr Torschüsse, mehr Eckbälle, mehr Ballbesitz, mehr Pässe - die einzige Ausbeute nach der schwedischen Führung waren aber zwei Kopfbälle, von denen auch nur einer wirklich gefährlich war.

Die Ernüchterung war deshalb so groß, weil manch einer vom großen Coup geträumt hatte. Die Schweiz war als Weltranglisten-Sechster nach Russland gereist, sie hatte seit der EM 2016 nur eines von 21 Spielen verloren. Und der Weg durchs Turnier schien nach dem Scheitern von Teams wie Deutschland, Spanien oder Argentinien machbar.

Hier die Schweizer Pressestimmen:

„Blick“: „Man kann und darf ein WM-Achtelfinale verlieren. Aber nicht so. Nicht so billig. Es ist ein Rückfall in bewältigt geglaubte Zeiten. Versagt haben vor allem die, die enormes Selbstvertrauen besitzen und für sich in Anspruch nehmen, Weltklassefußballer zu sein. Ein Granit Xhaka, ein Xherdan Shaqiri. Einfluss hatten sie keinen. Leaderfiguren waren sie schon gar nicht.“

„Neue Zürcher Zeitung“: „Den Schweizern fehlten die Kraft in den Beinen, der Drang im Herzen, die Ideen im Kopf. Ihnen fehlte die Wut im Bauch. Sie siechten der Niederlage in einem eigenartigen Trott entgegen. Die 0:1-Niederlage im Achtelfinale gegen limitierte Schweden legt die Schwächen des Schweizer Nationalteams offen: Es ist zu langsam, um den Fußball zu spielen, der dem Trainer Vladimir Petkovic vorschwebt. Und mental zu fragil.“

„Basler Zeitung“: „Wie konnten sie dieses Achtelfinale bloß verlieren? Sie sind nicht so gut, wie sie selbst meinen und sagen. Wer diese Schweden nicht besiegt, der braucht bis auf Weiteres nicht zu hoffen, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu machen, von dem er schon so lange redet.“

„Aargauer Zeitung“: „Der ewige Stillstand: Die Schweiz verpasst eine weitere riesige Chance. Wer sich Gedanken darüber gemacht hat, wie offen das WM-Tableau ist, wie nahe vielleicht sogar der Halbfinal- oder ein Final-Einzug war, der schämt sich hinterher dafür. Die Schweiz hat auf dieser Bühne nichts verloren. Vladimir Petkovic ist 2014 angetreten, um als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld die Schweiz weiterzuentwickeln. Zum heutigen Zeitpunkt gilt die nüchterne Erkenntnis: Petkovic hat es nicht geschafft. Die Schweizer sind kein bisschen weiter als zuvor.“

krone Sport
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Tabellen
Gruppe A
Gruppe B
Gruppe C
Gruppe D
Gruppe E
Gruppe F
Gruppe G
Gruppe H
#MannschaftSp.TorePkt
1Uruguay35:09
2Russland38:46
3Saudi Arabien32:73
4Ägypten32:60
#MannschaftSp.TorePkt
1Spanien36:55
2Portugal35:45
3Iran32:24
4Marokko32:41
#MannschaftSp.TorePkt
1Frankreich33:17
2Dänemark32:15
3Peru32:23
4Australien32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Kroatien37:19
2Argentinien33:54
3Nigeria33:43
4Island32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Brasilien35:17
2Schweiz35:45
3Serbien32:43
4Costa Rica32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Schweden35:26
2Mexiko33:46
3Republik Korea33:33
4Deutschland32:43
#MannschaftSp.TorePkt
1Belgien39:29
2England38:36
3Tunesien35:83
4Panama32:110
#MannschaftSp.TorePkt
1Kolumbien35:26
2Japan34:44
3Senegal34:44
4Polen32:53
Spielplan
Gruppenphase
Achtelfinale
Viertelfinale
Halbfinale - Finale
Russland
GRUPPE A | 14.06.
5:0 (2:0)
Saudi Arabien
Ägypten
GRUPPE A | 15.06.
0:1 (0:0)
Uruguay
Marokko
GRUPPE B | 15.06.
0:1 (0:0)
Iran
Portugal
GRUPPE B | 15.06.
3:3 (2:1)
Spanien
Frankreich
GRUPPE C | 16.06.
2:1 (0:0)
Australien
Argentinien
GRUPPE D | 16.06.
1:1 (1:1)
Island
Peru
GRUPPE C | 16.06.
0:1 (0:0)
Dänemark
Kroatien
GRUPPE D | 16.06.
2:0 (1:0)
Nigeria
Costa Rica
GRUPPE E | 17.06.
0:1 (0:0)
Serbien
Deutschland
GRUPPE F | 17.06.
0:1 (0:1)
Mexiko
Brasilien
GRUPPE E | 17.06.
1:1 (1:0)
Schweiz
Schweden
GRUPPE F | 18.06.
1:0 (0:0)
Republik Korea
Belgien
GRUPPE G | 18.06.
3:0 (0:0)
Panama
Tunesien
GRUPPE G | 18.06.
1:2 (1:1)
England
Kolumbien
GRUPPE H | 19.06.
1:2 (1:1)
Japan
Polen
GRUPPE H | 19.06.
1:2 (0:1)
Senegal
Russland
GRUPPE A | 19.06.
3:1 (0:0)
Ägypten
Portugal
GRUPPE B | 20.06.
1:0 (1:0)
Marokko
Uruguay
GRUPPE A | 20.06.
1:0 (1:0)
Saudi Arabien
Iran
GRUPPE B | 20.06.
0:1 (0:0)
Spanien
Dänemark
GRUPPE C | 21.06.
1:1 (1:1)
Australien
Frankreich
GRUPPE C | 21.06.
1:0 (1:0)
Peru
Argentinien
GRUPPE D | 21.06.
0:3 (0:0)
Kroatien
Brasilien
GRUPPE E | 22.06.
2:0 (0:0)
Costa Rica
Nigeria
GRUPPE D | 22.06.
2:0 (0:0)
Island
Serbien
GRUPPE E | 22.06.
1:2 (1:0)
Schweiz
Belgien
GRUPPE G | 23.06.
5:2 (3:1)
Tunesien
Republik Korea
GRUPPE F | 23.06.
1:2 (0:1)
Mexiko
Deutschland
GRUPPE F | 23.06.
2:1 (0:1)
Schweden
England
GRUPPE G | 24.06.
6:1 (5:0)
Panama
Japan
GRUPPE H | 24.06.
2:2 (1:1)
Senegal
Polen
GRUPPE H | 24.06.
0:3 (0:1)
Kolumbien
Uruguay
GRUPPE A | 25.06.
3:0 (2:0)
Russland
Saudi Arabien
GRUPPE A | 25.06.
2:1 (1:1)
Ägypten
Iran
GRUPPE B | 25.06.
1:1 (0:1)
Portugal
Spanien
GRUPPE B | 25.06.
2:2 (1:1)
Marokko
Dänemark
GRUPPE C | 26.06.
0:0 (0:0)
Frankreich
Australien
GRUPPE C | 26.06.
0:2 (0:1)
Peru
Nigeria
GRUPPE D | 26.06.
1:2 (0:1)
Argentinien
Island
GRUPPE D | 26.06.
1:2 (0:0)
Kroatien
Republik Korea
GRUPPE F | 27.06.
2:0 (0:0)
Deutschland
Mexiko
GRUPPE F | 27.06.
0:3 (0:0)
Schweden
Serbien
GRUPPE E | 27.06.
0:2 (0:1)
Brasilien
Schweiz
GRUPPE E | 27.06.
2:2 (1:0)
Costa Rica
Japan
GRUPPE H | 28.06.
0:1 (0:0)
Polen
Senegal
GRUPPE H | 28.06.
0:1 (0:0)
Kolumbien
England
GRUPPE G | 28.06.
0:1 (0:0)
Belgien
Panama
GRUPPE G | 28.06.
1:2 (1:0)
Tunesien

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