Ewiger Achtelfinalist

Schwache WM-Darbietung: Schweiz-Presse außer sich

WM 2022
04.07.2018 13:38

Es war die große Chance für eine außergewöhnliche Generation. Doch die Schweiz bleibt bei Großereignissen in K.o.-Spielen sieglos. Auch bei der WM in Russland schied die „Nati“ mit einem 0:1 gegen Schweden im Achtelfinale aus. Einmal bei Europameisterschaften und nun fünfmal bei Weltmeisterschaften kam seit 1954 das Aus beim ersten Entscheidungsspiel.

„Wir bleiben der ewige Achtelfinalist“, stellte das Boulevardblatt „Blick“ resignierend fest. Für Enttäuschung in der Schweiz sorgte nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise, wie es zustande kam. Ohne großes Aufbäumen fügten sich die Schweizer einer Niederlage als besseres Team. Mehr Torschüsse, mehr Eckbälle, mehr Ballbesitz, mehr Pässe - die einzige Ausbeute nach der schwedischen Führung waren aber zwei Kopfbälle, von denen auch nur einer wirklich gefährlich war.

(Bild: APA/AFP/OLGA MALTSEVA)

Die Ernüchterung war deshalb so groß, weil manch einer vom großen Coup geträumt hatte. Die Schweiz war als Weltranglisten-Sechster nach Russland gereist, sie hatte seit der EM 2016 nur eines von 21 Spielen verloren. Und der Weg durchs Turnier schien nach dem Scheitern von Teams wie Deutschland, Spanien oder Argentinien machbar.

Hier die Schweizer Pressestimmen:

„Blick“: „Man kann und darf ein WM-Achtelfinale verlieren. Aber nicht so. Nicht so billig. Es ist ein Rückfall in bewältigt geglaubte Zeiten. Versagt haben vor allem die, die enormes Selbstvertrauen besitzen und für sich in Anspruch nehmen, Weltklassefußballer zu sein. Ein Granit Xhaka, ein Xherdan Shaqiri. Einfluss hatten sie keinen. Leaderfiguren waren sie schon gar nicht.“

„Neue Zürcher Zeitung“: „Den Schweizern fehlten die Kraft in den Beinen, der Drang im Herzen, die Ideen im Kopf. Ihnen fehlte die Wut im Bauch. Sie siechten der Niederlage in einem eigenartigen Trott entgegen. Die 0:1-Niederlage im Achtelfinale gegen limitierte Schweden legt die Schwächen des Schweizer Nationalteams offen: Es ist zu langsam, um den Fußball zu spielen, der dem Trainer Vladimir Petkovic vorschwebt. Und mental zu fragil.“

(Bild: AP)

„Basler Zeitung“: „Wie konnten sie dieses Achtelfinale bloß verlieren? Sie sind nicht so gut, wie sie selbst meinen und sagen. Wer diese Schweden nicht besiegt, der braucht bis auf Weiteres nicht zu hoffen, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu machen, von dem er schon so lange redet.“

„Aargauer Zeitung“: „Der ewige Stillstand: Die Schweiz verpasst eine weitere riesige Chance. Wer sich Gedanken darüber gemacht hat, wie offen das WM-Tableau ist, wie nahe vielleicht sogar der Halbfinal- oder ein Final-Einzug war, der schämt sich hinterher dafür. Die Schweiz hat auf dieser Bühne nichts verloren. Vladimir Petkovic ist 2014 angetreten, um als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld die Schweiz weiterzuentwickeln. Zum heutigen Zeitpunkt gilt die nüchterne Erkenntnis: Petkovic hat es nicht geschafft. Die Schweizer sind kein bisschen weiter als zuvor.“

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(Bild: KMM)



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