Di, 21. August 2018

Grausiges WM-Duell

25.06.2018 18:05

„Wüstensöhne“ gewinnen „Grottenkick“ gegen Ägypten

Was für ein Feuerwerk an Unzulänglichkeiten, das die Teams von Ägypten und Saudi-Arabien zum Vorrunden-Kehraus der WM-Gruppe A da in Wolgograd abgebrannt haben! Das Duell der beiden bereits zuvor fix Ausgeschiedenen, die ob ihrer unansehnlichen Vorstellung beide keinen Sieg und auch keinen Punkt für ein Remis verdient gehabt hätten, entschieden die letzten Endes bei all ihrer fehlenden Klasse zumindest willigen Saudis durch ein Last-Minute-Tor von Salem Al-Dawsari (95.) für sich. Die im Vorfeld der WM so hoch gehandelten Ägypter rund um Superstar Mohamed Salah müssen nun also ohne einen einzigen eroberten Punkt wieder heimfahren…

Ägypten gegen Saudi-Arabien - eine WM-Partie für die Geschichtsbücher? Ein Scherz? Absolut nicht! Denn auch wenn das Duell der beiden nur durch das Rote Meer getrennten Großmächte aus dem Nahen Osten rein sportlich betrachtet weder traditionell noch bei der laufenden WM die Aura eines Klassikers versprüht, wird dieser 25. Juni 2018 doch in die Annalen des Welt-Fußballs eingehen. Verantwortlich dafür: der Ägypter Essam El-Hadary. Denn der ironischerweise ausgerechnet in Saudi-Arabien bei Al-Tawoon engagierte Tormann wurde durch seine Aufstellung in die Startelf mit 45 Jahren und 161 Tagen zum ältesten WM-Spieler überhaupt. Bisheriger Rekordhalter war Kolumbien-Keeper Faryd Mondragon mit 43 Jahren und 3 Tagen gewesen. Und sonst? Große Fußball-Kunst bot keines der beiden Teams, was vielleicht auch der Enttäuschung über das vorzeitige Aus nach der Vorrunde geschuldet sein mochte.

Vor allem die Ägypter schienen sich lange Zeit nicht damit anfreunden zu können, „nur“ für die Ehre aufzuspielen. Daher übernahmen die ganz in Grün auflaufenden „Wüstensöhne“ vom Start weg die optische Kontrolle über das Match und „drückten“ die gelangweilt wirkenden Salah und Co. tief in deren eigene Hälfte hinein. Gefahr wussten die Saudis allerdings nicht zu erzeugen, einmal mehr zeigte sich ihre Zahnlosigkeit im Angriff - selbst der Begriff„ Halbchance“ wäre für ihre besten Offensiv-Aktionen zu hoch gegriffen gewesen. Aus dem Nichts heraus durften dann die „Pharaonen“ in Minute 22 jubeln. Nach einem langen Ball von Abdalla Said zeigte Salah seine Klasse und stellte - bedrängt von Osama Hawsawi und Yasir Al-Shahrani - mit einem Heber über Saudi-Keeper Yasser Al-Mosailem auf 1:0 für Ägypten.

Und beinahe wäre es wenig später mit der nächsten guten Angriffsaktion 2:0 gestanden, doch diesmal hob Salah die Kugel neben das Gehäuse (24.) - nun waren die Ägypter einigermaßen in der Partie und die Saudis verschwanden für einige Minuten von der Bildfläche. Erst nach zwei Halbchancen von Ägyptens Trezeguet (33., 34.) fanden die „Wüstensöhne“ ins Spiel zurück - und dank Schiri Wilmar Roldan Perez auch zum Ausgleich. Denn der Kolumbianer wollte binnen weniger Minuten gleich zwei Elfmeter-würdige Vergehen der Ägypter gesehen haben. Zwingend waren wohl beide Pfiffe nicht, weder nach der „Arm-Abwehr“ von Ägypten-Kapitän Ahmed Fathi (38.) noch nach Foul von Ali Gabr an Fahad Al-Muwallad (45.). Immerhin wehrte der frischgebackene WM-„Super-Oldie“ El-Hadary den ersten Strafstoß von Al-Muwallad spektakulär ab - beim zweiten, dem eine minutenlange Beratung des Referees mit den Video-Schiris voranging, war Salman Al-Faraj aber erfolgreich. 1:1 zur Pause!

Wer auf Besserung des allgemeinen Spielniveaus in der zweiten Hälfte gehofft haben sollte, wurde recht schnell enttäuscht. Wie über weite Phasen der ersten 45 Minuten hielten die Saudis die Kugel gefällig in ihren Reihen und kombinierten sich auch immer wieder in die Nähe des ägyptischen Tors - doch mehr als teils nach großer Panik „riechende“ und dementsprechend harmlose Abschlüsse aus bis zu 25 Metern Entfernung schauten bei den bemühten „Grünen“ lange Zeit nicht heraus. Erst knapp 20 Minuten vor dem Ende musste El-Hadary zweimal eingreifen, bei Kopfbällen von Hussain Al-Moqahwi (69.) und Muhannad Asiri (70.) hielt der „Goalie-Opa“ das Remis noch fest. Die Ägypter ihrerseits blieben indes bis in die Schlussminuten ihrem Desinteresse für die Partie treu - und verdienten sich von daher trotz ihrer individuell größeren Klasse das, was in der 95. Minute passieren sollte: Saudi-Arabien kam über rechts noch einmal in den Strafraum, wo Abdullah Otayf auf Al-Dawsari passte - und der aus spitzem Winkel und knapp acht Metern Entfernung zum 2:1 einnetzte.

Das Ergebnis:
Ägypten - Saudi-Arabien 1:2 (1:1)
Wolgograd, Wolgograd-Arena, 36.823 Zuschauer, SR Roldan (COL)
Tore: 0:1 (22.) Salah, 1:1 (45.+6) Al-Faraj, 1:2 (90. +5) Al-Dawsari
Gelbe Karten: Keiner bzw. Gabr, Fathi
Saudi-Arabien: Al-Mosailem - Al-Burayk, Os. Hawsawi, M. Hawsawi, Al-Shahrani - Bahbir (65. Asiri), Al-Faraj, Otayf, Al-Moqahwi, Al-Dawsari - Al-Muwallad (79. Al-Shehri)
Ägypten: El-Hadary - Fathi, Gabr, Hegazy, Abdel-Shafy - Elneny, Hamed - Salah, Said (45.+7 Warda), Trezeguet (81.
Al-Khaibri) - Mohsen (64. Sobhy)

Hannes Maierhofer
Hannes Maierhofer

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Tabellen
Gruppe A
Gruppe B
Gruppe C
Gruppe D
Gruppe E
Gruppe F
Gruppe G
Gruppe H
#MannschaftSp.TorePkt
1Uruguay35:09
2Russland38:46
3Saudi Arabien32:73
4Ägypten32:60
#MannschaftSp.TorePkt
1Spanien36:55
2Portugal35:45
3Iran32:24
4Marokko32:41
#MannschaftSp.TorePkt
1Frankreich33:17
2Dänemark32:15
3Peru32:23
4Australien32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Kroatien37:19
2Argentinien33:54
3Nigeria33:43
4Island32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Brasilien35:17
2Schweiz35:45
3Serbien32:43
4Costa Rica32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Schweden35:26
2Mexiko33:46
3Republik Korea33:33
4Deutschland32:43
#MannschaftSp.TorePkt
1Belgien39:29
2England38:36
3Tunesien35:83
4Panama32:110
#MannschaftSp.TorePkt
1Kolumbien35:26
2Japan34:44
3Senegal34:44
4Polen32:53
Spielplan
Gruppenphase
Achtelfinale
Viertelfinale
Halbfinale - Finale
Russland
GRUPPE A | 14.06.
5:0 (2:0)
Saudi Arabien
Ägypten
GRUPPE A | 15.06.
0:1 (0:0)
Uruguay
Marokko
GRUPPE B | 15.06.
0:1 (0:0)
Iran
Portugal
GRUPPE B | 15.06.
3:3 (2:1)
Spanien
Frankreich
GRUPPE C | 16.06.
2:1 (0:0)
Australien
Argentinien
GRUPPE D | 16.06.
1:1 (1:1)
Island
Peru
GRUPPE C | 16.06.
0:1 (0:0)
Dänemark
Kroatien
GRUPPE D | 16.06.
2:0 (1:0)
Nigeria
Costa Rica
GRUPPE E | 17.06.
0:1 (0:0)
Serbien
Deutschland
GRUPPE F | 17.06.
0:1 (0:1)
Mexiko
Brasilien
GRUPPE E | 17.06.
1:1 (1:0)
Schweiz
Schweden
GRUPPE F | 18.06.
1:0 (0:0)
Republik Korea
Belgien
GRUPPE G | 18.06.
3:0 (0:0)
Panama
Tunesien
GRUPPE G | 18.06.
1:2 (1:1)
England
Kolumbien
GRUPPE H | 19.06.
1:2 (1:1)
Japan
Polen
GRUPPE H | 19.06.
1:2 (0:1)
Senegal
Russland
GRUPPE A | 19.06.
3:1 (0:0)
Ägypten
Portugal
GRUPPE B | 20.06.
1:0 (1:0)
Marokko
Uruguay
GRUPPE A | 20.06.
1:0 (1:0)
Saudi Arabien
Iran
GRUPPE B | 20.06.
0:1 (0:0)
Spanien
Dänemark
GRUPPE C | 21.06.
1:1 (1:1)
Australien
Frankreich
GRUPPE C | 21.06.
1:0 (1:0)
Peru
Argentinien
GRUPPE D | 21.06.
0:3 (0:0)
Kroatien
Brasilien
GRUPPE E | 22.06.
2:0 (0:0)
Costa Rica
Nigeria
GRUPPE D | 22.06.
2:0 (0:0)
Island
Serbien
GRUPPE E | 22.06.
1:2 (1:0)
Schweiz
Belgien
GRUPPE G | 23.06.
5:2 (3:1)
Tunesien
Republik Korea
GRUPPE F | 23.06.
1:2 (0:1)
Mexiko
Deutschland
GRUPPE F | 23.06.
2:1 (0:1)
Schweden
England
GRUPPE G | 24.06.
6:1 (5:0)
Panama
Japan
GRUPPE H | 24.06.
2:2 (1:1)
Senegal
Polen
GRUPPE H | 24.06.
0:3 (0:1)
Kolumbien
Uruguay
GRUPPE A | 25.06.
3:0 (2:0)
Russland
Saudi Arabien
GRUPPE A | 25.06.
2:1 (1:1)
Ägypten
Iran
GRUPPE B | 25.06.
1:1 (0:1)
Portugal
Spanien
GRUPPE B | 25.06.
2:2 (1:1)
Marokko
Dänemark
GRUPPE C | 26.06.
0:0 (0:0)
Frankreich
Australien
GRUPPE C | 26.06.
0:2 (0:1)
Peru
Nigeria
GRUPPE D | 26.06.
1:2 (0:1)
Argentinien
Island
GRUPPE D | 26.06.
1:2 (0:0)
Kroatien
Republik Korea
GRUPPE F | 27.06.
2:0 (0:0)
Deutschland
Mexiko
GRUPPE F | 27.06.
0:3 (0:0)
Schweden
Serbien
GRUPPE E | 27.06.
0:2 (0:1)
Brasilien
Schweiz
GRUPPE E | 27.06.
2:2 (1:0)
Costa Rica
Japan
GRUPPE H | 28.06.
0:1 (0:0)
Polen
Senegal
GRUPPE H | 28.06.
0:1 (0:0)
Kolumbien
England
GRUPPE G | 28.06.
0:1 (0:0)
Belgien
Panama
GRUPPE G | 28.06.
1:2 (1:0)
Tunesien

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