Di, 13. November 2018

Demo in Skopje

03.06.2018 09:32

Tausende Mazedonier protestieren gegen Umbenennung

Tausende Menschen sind am Samstag in Mazedonien gegen eine Umbenennung der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik auf die Straße gegangen. Hristijan Mickoski, Chef der nationalkonservativen Oppositionspartei VMRO-DPMNE, und seine Anhänger protestierten in der Hauptstadt Skopje gegen eine geplante Verfassungsänderung zur Umbenennung des Landes.

In einer Videobotschaft unterstützte auch der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban die Forderungen der Demonstranten. Er lobte die „mutigen und weisen“ Politiker, „die sich dem Druck ausländischer Mächte nicht beugen“.

Der sozialdemokratische Ministerpräsident Zoran Zaev hatte am Mittwoch angekündigt, dass die Bevölkerung Mazedoniens in einem Volksentscheid über einen neuen Namen für das Land abstimmen soll. In dem langjährigen Namensstreit mit dem Nachbarland Griechenland sei eine „grundsätzliche Einigung“ erzielt worden, sagte Zaev. Seine Verhandlungen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras stünden kurz vor dem Abschluss.

Jahrzehntelanger Streit mit Griechenland
Der Streit um den Staatsnamen Mazedonien belastet die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn schon seit mehr als 25 Jahren. Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als sich die bisherige jugoslawische Teilrepublik für unabhängig erklärte und sich den Namen Republik Mazedonien gab.

1993 wurde das Land unter dem vorläufigen Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien, englisch abgekürzt FYROM, Mitglied der UNO. Griechenland blockiert wegen der ungeklärten Namensfrage Mazedoniens Bestrebungen, der EU und der NATO beizutreten.

„Teil des Nationalerbes“
Aus griechischer Sicht ist der Name Mazedonien Teil des Nationalerbes. Athen befürchtet, der Nachbar könnte mit der Landesbezeichnung Mazedonien Ansprüche auf die gleichnamige nordgriechische Provinz erheben.

Als neue Namen waren unter anderem im Gespräch: Republika Gorna Makedonija (Republik Ober-Mazedonien), Republika Severna Makedonija (Republik Nord-Mazedonien), Republika Makedonija-Skopje und zuletzt Makedonija-Ilinden nach dem Volksaufstand im Jahr 1903 in den damals zum Osmanischen Reich gehörenden Regionen Makedonien und Thrakien.

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