Di, 11. Dezember 2018

Panik in Hallstatt

19.05.2018 06:01

„Sie glaubten, wir haben sie vor Tigern gerettet“

In Todesangst waren - wie berichtet - zwei Urlauber aus Indien, nachdem sie in Hallstatt die letzte Talfahrt der Seilbahn verpasst hatten und einen Wanderweg benützten. Als das Paar hinter Gebüschen Geräusche hörte, vermutete es Tiger (!) und verfiel in Panik. Bergretter Christoph Preimesberger war beim Einsatz dabei.

„Krone“:Dieser Einsatz war vermutlich selbst für einen so erfahrenen Bergretter wie Sie noch etwas Außergewöhnliches.
Christoph Preimesberger: Der Einsatz war tatsächlich kein alltäglicher. Etwas ähnlich Kurioses habe ich bisher nicht erlebt.

Das Paar hatte die letzte Seilbahn verpasst und den Alpinnotruf 140 gewählt.
Dort ist den beiden geraten worden, doch einfach den Wanderweg ins Tal zu benützen. Der ist gut ausgebaut und nicht einmal für Kinder gefährlich. Schon gar nicht, wenn es, wie in dem Fall, nicht geregnet hat und es außerdem noch hell ist. In 40 Minuten wären sie im Tal gewesen.

Dazu ist es dann offenbar leider aber nicht gekommen.
Die Urlauber sind nicht weit gegangen. Das Paar hat aus dem Dickicht am Wegrand plötzlich Geräusche gehört und es daraufhin mit der Angst zu tun bekommen.

Weil es was vermutet hat?
Die Urlauber haben ernsthaft befürchtet, dass Raubtiere auf sie lauern - nämlich Tiger oder Löwen. In ihrer Panik haben sie neuerlich den Alpinnotruf gewählt. Natürlich wurde versucht, sie zu beruhigen und ihnen klarzumachen, dass bei uns kein Tiger frei herumläuft.

Das war jedoch erfolglos.
Nur beim Gedanken daran begannen sie zu weinen, sie hatten Todesängste. Wir sind zu ihnen hinaufgekommen - da sie aber nicht einmal mit uns ins Tal gehen wollten, musste die Seilbahn wieder in Betrieb genommen werden. Wir haben diesbezüglich in der Vergangenheit ein Nofallszenario ausgearbeitet und Kontaktnummern der Verantwortlichen.

Die Inder waren sicherlich extrem erleichtert, als sie im Tal angekommen sind.
Ja, sie waren fest der Meinung, dass wir ihr Leben gerettet haben. Sie sind dann zur nächsten Bahnhaltestelle gebracht worden, damit sie ihren Zug nach Salzburg nur ja nicht verpassen.

Wer bezahlt den Einsatz?
Wir stellen den Indern pro Einsatzstunde standardmäßig 300 Euro in Rechnung.


Interview: Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner

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