Mi, 19. September 2018

Bett täglich frisch

19.05.2018 07:31

Studie: Schimpansen schlafen überraschend sauber

Die Schlafstätten von Schimpansen sind überraschend sauber. Das legt eine US-Studie nahe, bei der die Laubbetten der Primaten untersucht wurden. Die Vielfalt der Mikroben in den Affen-Nestern unter freiem Himmel war demnach zwar größer als in Menschenbetten, es gab aber dort kaum Bakterien, die von Haut, Mund oder Fäkalien des Schläfers stammen.

Beim Menschen stammen 35 Prozent der Bakterien in Betten aus diesen drei Quellen, bei den Schimpansen nur 3,5 Prozent, berichtete Meghan Thoemmes von der North Carolina State University im Journal „Royal Society Open Science“. Die meisten in den Nestern kamen aus dem Wald. Angaben über die absoluten Mikroben-Vorkommen macht die Studie jedoch nicht.

In Tansania hatten Thoemmes und ihre Kollegen Mikroben-Proben von 41 Schimpansen-Nestern gesammelt. 15 dieser Schlafstätten wurden zusätzlich auf Spinnen, Zecken oder Flöhe untersucht. „Wir hatten erwartet, eine bedeutende Zahl von Gliederfüßer-Parasiten darin zu entdecken, aber nichts da“, sagte Thoemmes. In den Nestern fanden sich insgesamt nur vier einzelne Parasiten.

Schimpansen machen ihr Bett täglich frisch
Ein Grund dafür: Schimpansen machen täglich ihr Bett frisch - indem sie es im Baum komplett neu bauen. Sie achten außerdem darauf, sich sorgfältig über den Rand des Nestes hinaus auf die Erde hinab zu erleichtern. Trotzdem überraschte es die Forscher, in den Schlafstätten so gut wie keine Fäkal-Bakterien zu finden. „Es gibt viele Hinweise dafür, dass sich solche Bakterien im Fell ansammeln“, so Thoemmes.

Der Evolutions-Mikrobiologe Jonathan Eisen von der University of California ergänzte in einem Interview, es erscheine zwar eklig, als Mensch in einem Bakterien-Nest zu schlafen. „Aber in seinen eigenen Mikroben zu sitzen ist normalerweise kein Problem für die Gesundheit.“ Da sei das Schlafen in einem Bett, in dem schon viele andere gelegen hätten, schon unangenehmer - „wenn man den Mikroben ausgesetzt ist, die schon durch ein anderes Individuum hindurchgegangen sind.“

Bakterien für Menschen nicht per se gefährlich
Dennoch ist die Begegnung mit Umweltbakterien für Menschen nicht per se gefährlich - oft ganz im Gegenteil. Viele Studien bringen etwa die steigende Zahl von Autoimmunerkrankungen und Allergien damit in Verbindung, dass Menschen weniger Boden-Bakterien, sprich Schmutz, ausgesetzt sind. „Diese Verbindungen zu verlieren, hat negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden“, ergänzte Thoemmes.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Gespräche mit „Wesen“
Bluttat in Wien: Hadishats Mörder wollte sterben
Österreich
Schilddrüse
Hitze lässt Knoten schrumpfen
Gesund & Fit
Rücktritt als SPÖ-Chef
„Vollholler“: Das sind die besten Kern-Zitate!
Österreich
Wollte die SPÖ retten
Christian Kern: Kurzzeit-Kanzler im Slimfit-Anzug
Österreich
Sexy Kurven in Dessous
Granaten-Body gefällig? Das ist die Megan-Fox-Diät
Video Stars & Society
Gegen Paris
3:2 - Klopps Liverpool siegt in letzter Minute
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.