30.03.2018 08:00 |

Für Fruchtbarkeit

Fackelträger malen die Sonne in den Nachthimmel

Ein uralter Brauch erleuchtet am Karsamstag den Nachthimmel: Die Fackelschwinger von St. Georgen bei Bleiburg zeichnen mit Feuer die Sonne und ein Kreuz in die Finsternis. Auch in Globasnitz erfreut solch ein feuriges Schauspiel. Damit verkünden die Männer die Auferstehung und bitten um gute Ernte.

„Der genaue Ursprung des Fackeltragens ist nicht zu eruieren. Laut Überlieferung wird der Brauch bei uns seit mindestens 100 Jahren gepflegt“, erklärt Dietmar Presitschek, der Obmann der Brauchtumsgruppe St. Georgen. 20 Männer werden mit ihren bis zu sechs Meter langen Fichtenstamm-Fackeln den Umzug anführen (Karsamstag, 21 Uhr). Mit dem Feuer zeichnen sie die glühende Sonne und ein Kreuz beim Hügel unter der Kirche St. Georgen in den Himmel. Der Obmann: „Wir verkünden damit die Auferstehung Christi und bitten um ein ertragreiches Jahr.“

Das tun auch die Fackelträger in Globasnitz, die seit 26 Jahren die Fackeln schwingen. „Es liegt uns am Herzen, dieses Brauchtum zu erhalten“, betont Obmannstellvertreter Andrej Smrečnik. In Globasnitz wird es ab 20.30 Uhr beim Sportplatz feurig.

Die Fichtenstämme für die Fackeln wurden bereits Ende des Vorjahres geschlägert. Bis zu 200 Holzkeile werden in den Stamm geschlagen. Smrečnik: „Zwischen 20 und 80 Kilo muss jeder Fackelträger stemmen.“ Die 20 starken Globasnitzer verabschieden damit den Winter und bitten um ein fruchtbares, gesundes Jahr.

Gerlinde Schager, Kärntner Krone

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