Atomstreit mit Iran
Inspektoren nehmen Anlage unter die Lupe
Die IAEO-Mission findet vor einer neuen Runde der Genfer Gespräche zur Beilegung des Atomstreits mit dem Iran statt, die kommende Woche stattfinden soll. Iranische Unterhändler werden in Genf mit Vertretern der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands zusammentreffen.
US-Präsident Barack Obama stimmte sich im Streit um das iranische Atomprogramm am Samstag in Telefonaten mit der Führung Frankreichs und Russlands ab. Bei Gesprächen mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und Kremlchef Dmitri Medwedew hätten alle Seiten ihre Unterstützung für einen internationalen Kompromissvorschlag zur iranischen Urananreicherung bekräftigt, teilte das Weiße Haus am Samstag mit.
Kontrollierte Anreicherung des iranischen Urans
Bei dem Kompromissvorschlag geht es um eine kontrollierte Anreicherung eines Großteils des iranischen Urans in Russland, das der Iran für einen Reaktor zu medizinischen Zwecken braucht. Die Weltgemeinschaft befürchtet, dass der Iran heimlich den Bau der Atombombe anstrebt.
Irans Politiker schießen gegen Westen
Hohe iranische Politiker kritisierten am Samstag den IAEO-Vorschlag zur Urananreicherung im Ausland. "Die Westler wollen uns in eine Richtung drängen, um uns zu täuschen und uns Dinge aufzudrücken", sagte Parlamentspräsident Ali Larijani. Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im Parlament, Allaeddin Borudjerdi, forderte, zusätzliches Uran vom Ausland zu kaufen statt eigenes zur Anreicherung dorthin zu bringen.
IAEO-Chef Mohamed ElBaradei hatte am Mittwoch einen Vertragsentwurf vorgelegt, in dem Teheran aufgefordert wird, bis zum Jahresende 1.200 seiner 1.500 Kilogramm leicht angereicherten Urans an Russland zu liefern. Dort soll es auf 19,75 Prozent angereichert werden. Der fertige - für Atombomben nicht hoch genug angereicherte - Brennstoff soll Ende 2010 wieder in Teheran sein.











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