22.10.2009 15:15 |

In tiefroten Zahlen

Braucht Kärntner Hypo schon wieder eine Kapitalspritze?

Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria braucht möglicherweise erneut eine Kapitalspritze von ihrer Mehrheitseigentümerin, der Bayerischen Landesbank (BayernLB). Das deutete Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon am Donnerstag in München an. Seit der Übernahme der Hypo hat der Mutterkonzern schon 1,1 Milliarden Euro an Kapital nachgeschossen.

Fahrenschon, der als Finanzminister auch Chefkontrolleur der Landesbank ist, betonte im Landtag, die BayernLB sei jedenfalls stark genug, um eine eventuelle Kapitalerhöhung der Hypo selbst tragen zu können, weitere Staatshilfe sei nicht notwendig. Sowohl in der BayernLB in München als auch bei der Hypo Group in Klagenfurt gab es dazu offiziell keine Stellungnahmen. Inoffiziell war zu hören, dass akut kein Kapitalbedarf bestehe.

BayernLB und Hypo in der Krise
Die BayernLB selbst ist, wie auch ihre Tochter in Kärnten, weiter in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Auswirkungen der Finanzkrise werden die Bank voraussichtlich Ende dieses Jahres "in voller Schärfe" treffen, sagte Fahrenschon. Im zweiten Halbjahr sei daher mit einer weiteren Erhöhung der Risikovorsorge zu rechnen.

Die Bayrische Landesbank stand vergangenes Jahr nach Verlusten von fünf Milliarden Euro vor dem Aus und musste mit zehn Milliarden Euro frischem Kapital vom Land Bayern gerettet werden. Während die BayernLB mittlerweile aber wieder Gewinne schreibt, ist die Hypo Group Alpe Adria weiter defizitär. Die Münchner halten rund zwei Drittel der Hypo-Anteile. Die Kärntner kämpfen mit einer hohen Risikovorsorge für faule Kredite in Osteuropa. Im ersten Halbjahr 2009 wurden 349 Millionen Euro als Vorsorge getroffen. Seit der Übernahme der Mehrheit an der Hypo durch die BayernLB hat diese bis dato rund 1,1 Milliarden Euro an Kapital nachgeschossen.

Deutscher Untersuchungsausschuss zur BayernLB?
SPD und Grüne drohen in München nun mit einem Untersuchungsausschuss zur angeschlagenen BayernLB. Damit wollen die beiden Oppositionsfraktionen eine öffentliche Aufarbeitung der Affäre um den Kauf der Kärntner Hypo erzwingen, wegen der zur Zeit die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.