22.10.2009 13:21 |

Pfleger vor Gericht

Patientin fühlte sich von Krankenpfleger sexuell belästigt

Ein diplomierter Krankenpfleger ist am Donnerstag am Straflandesgericht vom Vorwurf der sexuellen Belästigung einer Patientin freigesprochen worden. Eine 34-jährige, vollständig gelähmte Frau hatte zuvor schwere Vorwürfe gegen den Mann erhoben. „Ich habe sie ganz normal gewaschen. Die vollständige Intimpflege ist Teil meines Arbeitsauftrages“, verteidigte sich der Pfleger erfolgreich vor Gericht.

Der Mann war unter anderem in einer betreuten Wohneinrichtung für schwerst Körperbehinderte tätig. Er wurde auch zu der 34-Jährigen geschickt, obwohl sein Arbeitgeber wusste, dass die Frau keine männlichen Pfleger wünscht, die sie ankleiden und waschen. Exakt 21 Mal kümmerte sich der Pfleger um die Frau, die aufgrund einer Sprachstörung großteils nur per Sprachcomputer mit ihrer Umwelt kommunizieren kann.

Einem Zivildiener fiel eines Tages auf, dass die 34-Jährige "verstört" und "verängstigt" wirkte, nachdem der Krankenpfleger seine Arbeit beendet hatte. Auf Nachfragen erklärte die Frau, der Pfleger habe sie "absichtlich sehr fest und tief mit einem Lachen im Gesicht gewaschen". Sie veranlasste, dass gegen den Mann Anzeige erstattet wurde.

"Protest gegen männliches Pflegepersonal"
"Ich war schockiert. Das ist eine Fantasie von ihr", erklärte der Pfleger nun vor Gericht. Für ihn sei es auch unangenehm, "wenn man zu einem Patienten geht, der einen nicht will". Die Anzeige sei "ein Protest gegen das männliche Pflegepersonal". Es liege in der Natur der Sache, dass er sie auch an der Brust und im Schambereich berührt habe. Von "Streicheln", wie in der Anzeige behauptet, könne keine Rede sein.

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