Sa, 16. Februar 2019
26.02.2018 06:23

Sieben Blecherne

Das waren Österreichs Pechvögel bei Olympia

"Einer muss Vierter" werden, lautet die Trostformel jener Sportler, die bei den Olympischen Spielen eine Medaille knapp verpassten. Sieben Blecherne gab es für das ÖÖC-Team in Pyeongchang. Noch härter traf es aber Markus Schairer und Stefan Brennsteiner, die mit schweren Verletzungen nach Hause flogen. Wobei der Snowboard Crosser nach Halswirbelbruch Glück im Unglück hatte.

Freilich sollten auch jede Menge Medaillengewinne - und mit fünf Goldenen, drei Silbernen und sechs Bronzenen fällt die Bilanz außerordentlich positiv aus, erzielt werden. Vorrangiges Ziel der österreichischen Delegation war es aber, die Olympiamannschaft gesund und unverletzt aus Südkorea wieder nach Hause zu bringen. Das war nicht bei allen der Fall.

Schairer mit Halswirbelbruch
In liegender Position musste Schairer die Heimreise antreten. Der Vorarlberger war bei der Landung nach einem weiten Sprung mit dem Rücken- und Kopfbereich auf der Piste aufgeprallt, brach sich den fünften Halswirbel und zog sich eine Ellbogenverletzung zu. Bei einer Operation in Feldkirch wurde die untere Halswirbelsäule stabilisiert, er muss mehrere Wochen eine Halskrause tragen und wird erst danach über eine Fortsetzung der Karriere entscheiden.

Im Ski Cross kamen Christoph Wahrstötter (schwere Gehirnerschütterung und Schürfwunden) und Robert Winkler (Hüftprellung) schmerzhaft zu Sturz, Wahrstötter musste eine Nacht im Krankenhaus verbringen.

Mayer rast nach Sturz zu Super-G-Gold
Im Riesentorlauf erwischte es Alpinskiläufer Stefan Brennsteiner, der sich im rechten Knie das vordere Kreuzband riss. Im gleichen Rennen erlitt Manuel Feller bei seinem Sturz ein Schleudertrauma an der Halswirbelsäule und eine Schulterprellung. Er durfte sich mit Team-Silber trösten. Matthias Mayer schrammte bei seinem spektakulären Sturz im Kombislalom an einer gröberen Blessur vorbei, er hatte auch einen im Schnee steckenden Erdbohrer abgerissen. Trotz schmerzhaftem Bluterguss raste er zu Olympia-Gold im Super-G.

An seelischen Wunden knabberten die Viertplatzierten. Janine Flock führte im Skeleton-Bewerb der Damen nach drei Läufen zwei Hundertstel vor der Britin Lizzy Yarnold. Im vierten platzte nicht nur der Goldtraum, letztlich schrammte sie 2/100 an Bronze vorbei. "Ich muss es auch selbst erst einmal verdauen. Ich werde jetzt zuerst einmal meine Familie trösten müssen", sagte die Tirolerin.

Zuerst Blech für Herzog, dann durch Krankheit gestoppt
Mit Blech dekorierte sich auch Eisschnelllauf-Ass Vanessa Herzog über 500 m, auf das erhoffte Edelmetall fehlten 17 Hundertstel. Wegen Fiebers musste sie letztlich sogar für den Massenstart w.o. geben.

Nach einem Stockbruch schon zu Beginn des Rennens - der heftige Wind hatte ihm den Stecken zwischen die Beine geweht, er trat ihn selbst ab - reichte es auch für Biathlet Julian Eberhard im Sprintbewerb nur zu Rang vier - 0,7 Sekunden hinter Bronze und 8,4 hinter Gold. Es war nicht sein einziger vierter Rang, auch im Staffelbewerb mit Tobias Eberhard, Simon Eder und Schlussmann Dominik Landertinger reichte es nicht für das Podest.

Zu den Viertplatzierten gesellten sich auch der alpine Kombinierer Marco Schwarz, die Rodeldoppelsitzer Thomas Steu/Lorenz Koller und das österreichische Skispringerteam - Letzteres kam allerdings eher einem Debakel gleich.

Anna Veith gab schon Siegerinterviews
Im Super-G der Damen hatte Anna Veith bereits Siegerinterviews gegeben. "Es war unglaublich, das grüne Licht zu sehen. Mein schönster Sieg", jubelte die Salzburgerin. Doch dann kam Snowboard-Weltmeisterin Ester Ledecka und fuhr mit Nummer 26 zu Gold - 1/100 vor Veith. Diese war nach schwierigen Verletzungszeiten auch "mit Silber unglaublich glücklich".

Stadlober bog falsch ab
Riesiges Pech hatte Langläuferin Teresa Stadlober, die in der letzten Olympiaentscheidung am Sonntag auf Silberkurs liegend nach Kilometer 21 und einem Blackout kurzzeitig in die falsche Schleife abbog und die 30 km im klassischen Stil als Neunte beendete. "Ich bin leider auf die falsche Runde gelaufen. Ich kann es mir nicht erklären. Jetzt bin ich so lange da, da sollte ich die Strecke schon kennen", sagte die Salzburgerin, die nicht wusste, ob sie lachen oder weinen sollte.

Schild vergab Gold im Slalom
Im Damen-Slalom unterlief auch Bernadette Schild auf dem Weg zum möglichen Sieg ein folgenschwerer Fehler. "Ich hätte Olympia-Gold machen können", wusste die dann siebentplatzierte Salzburgerin mit Tränen in den Augen. Auch für Snowboard Crosser Alessandro Hämmerle (7.) wäre mehr drinnen gewesen, im Halbfinale kam er auf einem Aufstiegsrang liegend nach Zusammenprall mit dem späteren Goldmedaillengewinner Pierre Vaultier aus Frankreich zu Sturz.

Eine Rille im Eis in der Arena in Gangneung wurde Eiskunstläufer Severin Kiefer zum Verhängnis, er verlor dadurch vor dem Absprung zum dreifachen Toelopp etwas die Balance und kam nach der Landung zu Sturz. Aus war der Traum, gemeinsam mit Miriam Ziegler im Paarlauf die Kür zu erreichen.

Auch knapp verpasste Finaleinzüge schmerzten die beteiligten Athleten. So blieb im Slopestyle der Snowboarder Clemens Millauer um 0,91 der Aufstieg in das Finale der besten zwölf verwehrt, in der Halfpipe der Ski-Freestylerinnen Elisabeth Gram um 0,6.

krone Sport
krone Sport

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sportticker
Spielplan
14.02.
15.02.
16.02.
17.02.
18.02.
19.02.
20.02.
21.02.
22.02.
23.02.
Deutschland - Bundesliga
FC Augsburg
2:3
Bayern München
Spanien - LaLiga
SD Eibar
2:2
FC Getafe
Italien - Serie A
Juventus Turin
3:0
Frosinone Calcio
Frankreich - Ligue 1
Olympique Nimes
19.00
Dijon FCO
Olympique Lyon
2:1
EA Guingamp
Türkei - Süper Lig
Malatya Bld Spor
1:2
Besiktas JK
Portugal - Primeira Liga
Rio Ave FC
1:2
CD Santa Clara
Niederlande - Eredivisie
ADO Den Haag
1:0
PEC Zwolle
Belgien - First Division A
Standard Lüttich
3:1
Sporting Lokeren
Deutschland - Bundesliga
1. FC Nürnberg
20.30
Borussia Dortmund
Spanien - LaLiga
SD Huesca
21.00
Athletic Bilbao
Italien - Serie A
AS Rom
20.30
FC Bologna
Türkei - Süper Lig
Antalyaspor
18.00
Basaksehir FK
Portugal - Primeira Liga
CD das Aves
21.15
Benfica Lissabon
Griechenland - Super League
GS Apollon Smyrnis
18.00
FC PAOK Thessaloniki
OFI Kreta FC
18.30
Lamia
Österreich - Bundesliga
LASK Linz
19.30
FK Austria Wien
Österreich - 2. Liga
BW Linz
19.10
SC Wiener Neustadt
FC Liefering
19.10
SV Horn
SV Lafnitz
19.10
WSG Wattens
Young Violets FK Austria Wien
19.10
Kapfenberger SV 1919
Floridsdorfer AC
19.10
SKU Ertl Glas Amstetten
Deutschland - Bundesliga
Werder Bremen
20.30
VfB Stuttgart
England - Premier League
Cardiff City
20.45
FC Watford
West Ham United
20.45
FC Fulham
Spanien - LaLiga
Espanyol Barcelona
21.00
SD Huesca
Italien - Serie A
AC Mailand
20.30
FC Empoli
Frankreich - Ligue 1
Dijon FCO
19.00
AS Saint Etienne
Racing Straßburg
20.45
OSC Lille
Portugal - Primeira Liga
Sporting Braga
20.00
CF Belenenses Lisbon
CD Tondela
22.15
FC Porto
Niederlande - Eredivisie
VVV Venlo
20.00
Heracles Almelo
Belgien - First Division A
KAA Gent
20.30
Standard Lüttich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.