Der 30-jährige Verdächtige ist laut Gremel bereits im vergangenen Jahr einschlägig zu drei Monaten bedingter Haft auf drei Jahre verurteilt worden. Diese dürfte jetzt schlagend werden. Bei dem Arbeitslosen wurden im Zuge der Hausdurchsuchung in der Nacht auf Mittwoch eine externe Festplatte, ein PC und ein Datenstick mit einschlägigem Material sichergestellt. Der Verdächtige wohnte alleine, Anzeichen auf Missbrauch von Kindern seien bei ihm nicht gegeben.
Wegen Depression zurück zu Kinderpornos
Bei der Einvernahme gab der Mann an, dass er bis zum Sommer 2009 keine Kinderporno-Seiten mehr besucht hätte, erzählte der Ermittler. Zu seinem 30. Geburtstag sei er in eine Depression gefallen, weil er keine Frau fand und seinen Job verlor. Unter Einfluss von Alkohol sei er dann zurück zu Kinderpornos gekommen.
Beim 44-jährigen Firmenchef wurden zwei Computer, 140 CDs und eine Videokassette sichergestellt. Er gab gegenüber den Ermittlern an, dass er keinerlei Vorliebe für Kinder hätte und nicht pädophil sei, sagte Gremel. Normalerweise betrachte er nur "normale" Pornos und sei über eine legale Seite zu dem Pädophilen-Forum gekommen.
Sieben Schweizer im Visier der Fahnder
Auch sieben Schweizer sind ins Visier der Behörden geraten, wie das Bundesamt für Polizei (fedpol) am Donnerstag auf Anfrage der Schweizer Depeschenagentur sda bestätigte. Drei der Betroffenen leben im Kanton Zürich, zwei im Aargau, je einer in Basel-Stadt und Bern. Im Kanton Zürich erfolgten daraufhin drei Festnahmen.
In Spanien wurden laut dpa unterdessen in einer zweiwöchigen Operation gegen die Verbreitung von Kinderpornografie 74 Verdächtige festgenommen. Bei der Durchsuchung von 130 Wohnungen in verschiedenen Gegenden Spaniens stellte die Polizei nach eigenen Angaben vom Donnerstag Millionen von Computerdateien mit Kinderpornos sicher. Insgesamt wurden 180 Verdächtige identifiziert. Die Festgenommenen gehören zahlreichen Berufsgruppen an. Unter ihnen waren Ingenieure, Informatiker, Beamte, Bankangestellte, Studenten und Arbeitslose.
Österreich prüft "unterschiedliche Ansätze"
Indessen will das österreichische Justizministerium den Kampf gegen Kinderpornografie verschärfen und prüfe derzeit "unterschiedliche Ansätze", um der Produktion, dem Handel und dem Konsum von einschlägigem Material Einhalt zu gebieten. Eine Diskussion um Websperren ist neuerlich entbrannt. Laut Justizministerium sei es vorstellbar, dass auch hierzulande Webadressen gesperrt werden. "Derzeit ist in diese Richtung aber kein konkretes Gesetzesvorhaben geplant", sagte Paul Hefelle, Sprecher von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, am Donnerstag. Man wolle sich daher zunächst einmal die Erfahrungen der deutschen Behörden mit diesem Instrument anschauen.









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