Mo, 16. Juli 2018

Für Petzners Beratung

10.02.2018 19:05

6000-Euro-Rechnung: Klagsdrohung gegen die SPÖ

Ein Ex-Freiheitlicher und Ex-BZÖ-Generalsekretär sorgt für etwas Aufregung in der SPÖ-Zentrale in der Wiener Löwelstraße: Weil ihm die SPÖ seit Monaten ein Beratungshonorar in der Höhe von 6000 Euro schuldig blieb, ließ Stefan Petzner eine Klagsdrohung schicken. Die Rechnung des Ex-Sprechers von Jörg Haider landete (wir berichteten) ja sonderbarerweise bei der SPÖ-nahen Mietervereinigung ...

Nicht allein deshalb, weil die SPÖ offenbar bestellte Leistungen nicht bezahlt, ist dieser Fall durchaus interessant: So ist zumindest ebenso spannend, dass sich der Chef der Sozialdemokratie bei seinem Wahlkampf erwiesenermaßen vom Intimus und Sprecher von Österreichs bekanntestem Rechtspopulisten, dem 2008 tödlich verunglückten Jörg Haider, beraten ließ.

Dazu Stefan Petzner zur "Krone": "Ich hatte eine klare Vereinbarung mit dem damaligen Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler und brach für dieses Treffen mit ihm und dem Ex-Kanzler in Kärnten sogar meine Auslandsreise ab. Christian Kern hat dann ja auch große Teile meines Strategiekonzeptes umgesetzt. Diese Leistungen wollte ich natürlich auch beglichen haben."

Von der Rechnung Petzners über 6000 Euro wollte aber nach der Wahlniederlage der SPÖ im Oktober und dem Abgang des eher glücklos agierenden Bundesgeschäftsführers Niedermühlbichler "in der Löwelstraße niemand mehr etwas wissen", ärgert sich der PR-Profi. Stefan Petzner ließ die Rechnung deshalb auch direkt an Georg Niedermühlbichler in dessen Büro bei der Mietervereinigung (MVÖ) schicken, dort amtiert der Ex-Parteimanager als Vereinspräsident.

"Diese Rechnung war nie in der Buchhaltung" 
Aus der Buchhaltungsabteilung der MVÖ ging nun eine Kopie dieser 6000-Euro-Forderung an die Medien: Offenbar wollte jemand keinesfalls, dass eine Rechnung der SPÖ für einen ihrer Wahlkampfberater vielleicht doch von einem gemeinnützigen Verein, der Österreichs Mieter vertreten sollte, bezahlt wird. Mietervereinigungspräsident Niedermühlbichler bestreitet jede Absicht, dass der Betrag vom Verein bezahlt werden sollte: "Das ist bereits seit November geklärt. Diese Rechnung war nie in der Buchhaltung." Er weist den Verdacht, dass die Mietervereinigung statt der Partei das Honorar zahlen sollte, als haltlos zurück.

SPÖ: Treffen mit Petzner, aber keine Kooperation
Warum die Beratungsleistung, die er für seinen Parteichef bestellt hat, nach Monaten noch immer nicht bezahlt ist, will Niedermühlbichler aber nicht erklären. PR-Manager Stefan Petzner will die Causa jedenfalls endlich abschließen: Er ließ durch seinen Anwalt eine Klagsdrohung gegen die SPÖ einbringen. In der Parteizentrale wird zwar bestätigt, dass es ein Treffen zwischen Kern und Petzner gegeben hatte. Der SPÖ-Chef soll sich auch die Vorschläge des Beraters angehört haben. Diese Vorschläge seien aber nicht angenommen worden, zu einer Zusammenarbeit sei es daher ebenfalls nicht gekommen.

Richard Schmitt
Richard Schmitt

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