Mi, 22. August 2018

Mega-Finanzskandal

06.02.2018 10:49

Bayern: Kirche soll 50 Millionen € verzockt haben

Das katholische Bistum Eichstätt in Bayern wird von einem riesengroßen Finanzskandal erschüttert: Wie mehrere Medien am Dienstag berichteten, habe die Diözese fast 50 Millionen Euro in den USA verzockt. Es habe in dem Zusammenhang in der vergangenen Woche zwei Festnahmen gegeben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II am Montag. Den beiden Beschuldigten werde Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr vorgeworfen.

Bei den unter Straftatverdacht stehenden Geschäften soll es sich nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" um Investitionen in den USA handeln. Ein ehemaliger Bistumsmitarbeiter soll Dutzende Darlehen an US-Firmen vergeben haben, die mit Immobilienprojekten warben. Der zweite Festgenommene soll ein Deutscher sein, der auf US-Seite Ansprechpartner für diese Geschäfte gewesen und mit dem ehemaligen Bistumsmitarbeiter seit Jahren bekannt sei.

Kirchenvermögen spekulativ und riskant angelegt
Die Beschuldigten sollen nicht nur riskant und spekulativ das Kirchenvermögen angelegt haben - sie sollen mit krimineller Energie auch in die eigene Tasche gewirtschaftet haben, so der Vorwurf. Wie die Sprecherin sagte, steht derzeit eine Schadenshöhe von 48,2 Millionen Euro im Raum.

Bischof machte Skandal selbst öffentlich
Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke machte den Skandal in einer Erklärung selbst öffentlich. Demnach war im Zuge einer bereits im Herbst 2015 gestarteten Transparenzoffensive strafbares Verhalten der beiden Festgenommenen bei der Anlage des Vermögens der Diözese festgestellt worden. Hanke kündigte an, das Bistum werde eng mit den Ermittlern zusammenarbeiten.

Erinnerungen an deutschen Luxus-Bischof werden wach
Schon vor Jahren erschütterte ein Finanzskandal die katholische Kirche in Deutschland. Der als Luxus-Bischof bekannte Geistliche Franz-Peter Tebartz-van Elst geriet wegen der Baukosten in Höhe von mindestens 31 Millionen Euro für seinen Bischofssitz in die internationalen Schlagzeilen. Zudem soll er Stiftungsgeld zweckentfremdet haben, das für bedürftige Familien gedacht war. Das Bistum Limburg verlangte in der Folge Schadenersatz in Millionenhöhe. 

Franz Hollauf
Franz Hollauf

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