10.01.2018 06:00 |

Trotz Amtsverbot

Italien: Berlusconi will erneut an die Macht

Wegen seiner Verurteilung wegen Steuerbetrugs darf Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi eigentlich bis Ende 2019 kein öffentliches Amt bekleiden – und dennoch zeigt der 81-Jährige via Twitter Ambitionen, einmal mehr Regierungschef werden zu werden. Anlässlich der bevorstehenden Parlamentswahlen am 4. März postete der Medienzar ein Logo seiner Partei „Forza Italia“, auf den in großen Lettern der Schriftzug „Berlusconi Presidente“ (Präsident Berlusconi) prangt.

Mit 81 Jahren könnte man eigentlich getrost in den Ruhestand gehen – besonders, wenn man so viele Skandale hinter sich hat, wie Silvio Berlusconi. Ob die „Bunga Bunga“-Affäre (die noch immer nicht ganz abgeschlossen ist), vermeintliche Kontakte zur Mafia oder die Verurteilung zum Steuerbetrüger, die ihm ein Amtsverbot einbrachte: Berlusconi war in der Vergangenheit immer für einen Eklat gut.

Nun scheint der Milliardär trotz seiner turbulenten Vorgeschichte wieder an die Macht zu wollen. Darauf lässt ein Tweet schließen, den der Milliardär am Sonntag veröffentlichte und der in Italien heiß diskutiert wird.

In einem Radiointerview wollte der Ex-Premier das aber nicht so genau bestätigen. Er sei einfach der Präsident der Forza Italia. Er selbst habe nicht seinen Namen auf dem Logo gewollt, sondern vielmehr seine Parteifreude dazu gedrängt. „Sagen wir, dass der Wert dieses Symbols in einem Vorzeichen, einer Hoffnung liegt“, lässt Berlusconi vermuten, dass er bei einem Wahlerfolg seiner Partei durchaus den Machtanspruch stellen würde.

Berlusconi will mit seiner Allianz 45 Prozent bei der Wahl erreichen
Berlusconi glaubt bei der Wahl im März mit einem Sieg seiner Mitte-Rechts-Allianz aus Forza Italia, Lega Nord und der Rechtspartei "Brüder Italiens". "Es fehlen noch zwei Monate bis zu den Wahlen. Ich will mindestens 45 Prozent erreichen", zeigt sich der Medienunternehmer optimistisch. Als größten Konnkurrenten sieht er den Starkomiker Beppe Grillo der Protest-Partei „Fünf Sterne“, der derzeit die mediale Zielscheibe von Berlusconi ist. er wirft Grillo Populismus vor und spricht ihm auch jegliche Führungsqualitäten ab.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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