09.01.2018 14:08 |

Nach Rassismus-Vorwurf

H&M entschuldigt sich für Pullover-Werbung

Nach heftiger Kritik an einer als rassistisch empfundenen Werbung hat die schwedische Modekette H&M einen umstrittenen Kapuzen-Pullover aus dem Sortiment genommen. Nicht nur das Foto des Kleidungsstücks, sondern auch das Sweatshirt selbst seien nicht mehr verfügbar, so der Konzern am Dienstag beim Kurzmitteilungsdienst Twitter. Zuvor hatte auch US-Basketballstar LeBron James H&M scharf kritisiert.

Auf der Website des Unternehmens war am Montag noch vorübergehend ein schwarzafrikanischer Bub in einem grünen Kapuzen-Pulli abgebildet, der den Schriftzug "Coolest Monkey in the Jungle" (Coolster Affe im Urwald) zeigte. H&M entschuldigte sich "bei jedem, den dies verletzt hat" und änderte die Werbung. Ein Foto des Kapuzen-Pullis ohne den Buben stand jedoch zunächst weiter zum Kauf online.

"Werden interne Strategien überprüfen"
Am Dienstag zog das Unternehmen dann auch den Pullover  zurück und entschuldigte sich öffentlich auf Instagram: „Wir verstehen, dass viele Menschen wegen des Fotos verärgert sind. Wir stimmen Ihnen zu. Es tut uns sehr leid, dass das Foto gemacht wurde. Deshalb haben wir nicht nur das Bild aus unseren Kanälen entfernt, sondern auch das Kleidungsstück aus unserem Produktangebot. Wir glauben bei allem, was wir machen, an Vielfalt und Inklusion und werden all unsere internen Strategien überprüfen, um künftige Probleme zu verhindern", hieß es in dem Statement.

"Ich sehe einen jungen König!"
NBA-Superstar James veröffentlichte am Dienstag bei Instagram eine Fotomontage, die den Buben mit einer Krone auf dem Kopf zeigte, der Schriftzug auf dem Shirt war ebenfalls von einer Krone überdeckt. Dazu schrieb der dunkelhäutige Sportstar: "Ich sehe einen jungen König! Den Herrscher der Welt, eine unantastbare Kraft, die niemals angezweifelt werden kann!" Afroamerikaner müssten stets Hindernisse überwinden, gegen Vorurteile ankämpfen und härter für Anerkennung arbeiten als andere, schrieb James. Die H&M-Werbung hatte seit Sonntag im Netz Empörung ausgelöst.

Boris Becker: "Es hört nie auf"
Auch Ex-Tennis-Star Boris Becker zeigte sich auf Twitter erbost. "Es hört nie auf... Wann fangen wir an, Farben zu respektieren!!!" Der 50-Jährige hatte zuletzt den deutschen AfD-Politiker Jens Maier angegriffen, nachdem auf dessen Twitter-Account Beckers Sohn Noah als "Halbneger" beschimpft worden war. "Es ist Zeit, aufzustehen, den Finger zu heben und auf die Straße zu gehen. Hier und auf der ganzen Welt", schrieb Becker in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Rassismus dürfe einfach nicht länger hingenommen werden.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 23. April 2021
Wetter Symbol