09.09.2009 13:33 |

Start in die Saison

Sportlicher Eiertanz mit "Madden NFL 10"

Mit dem Spiel des Titelverteidigers, den Pittsburgh Steelers, startet die National Football League, kurz NFL, in die neue Saison. Bei den Teams und am Spielersektor hat sich in der Zwischenzeit einiges getan. Star-Quarterback Tom Brady hat sich beispielsweise in der Preseason verletzt. Veteran Brett Favre kann es hingegen einfach nicht lassen: Der Oldie hängt doch noch eine weitere Saison an und verstärkt die Minnesota Vikings. Ein perfekter Zeitpunkt also für EA Sports, die diesjährige "Madden NFL"-Version auf den Markt zu bringen.

Football-Liebhaber hierzulande müssen allerdings auf einen deutschsprachigen Release verzichten. In den Verkauf gelangt (vorerst) nur die englische PAL-Version. Ob es im kommenden Jahr wieder eine entsprechend lokalisierte Fassung geben wird, ist derzeit noch offen.

Echte Fans dürfte das allerdings wenig kümmern. Sie beschäftigt vielmehr, welche Neuerungen im diesjährigen Update der Serie versteckt wurden. So viel gleich vorweg: Gravierende Änderungen hat es nicht gegeben. Augenscheinlich ist die leicht verbesserte Grafik. Natürlich gibt Altmeister und Namensgeber des Spiels John Earl Madden wieder seine gewohnt profunden Ratschläge. Die im letzten Teil eingeführte "Madden IQ", mit der die Spielstärke des Spielers bestimmt werden soll, tritt nun hingegen etwas in den Hintergrund. Diese Maßnahme darf als gelungen bezeichnet werden, ist aber nicht viel mehr als sanftes Feintuning.

Bei den Spielmodi ist erneut alles vertreten, was das Spielerherz begehrt. Das reicht vom Trainingsspiel bis hin zu einer langen und hoffentlich erfolgreichen Karriere. Football-Neulingen wird empfohlen, sich vorab über den Sport und dessen Regeln zu informieren - Hilfestellung wird im Spiel nämlich keine geboten. Grundlagenwissen ist allerdings schon ausreichend, um Siege einfahren zu können.

So weit, so gut - und alles beim Alten. Nachdem man sich am fetzigen Soundtrack satt gehört hat, schlägt endlich die Stunde der Wahrheit. Am Spielfeld wird sich zeigen, ob EA seine Hausaufgaben zufriedenstellend erledigt hat. Als Gegner dürfen die letzten Superbowl-Finalisten, die Pittsburg Steelers und die Arizona Cardinals, gegeneinander antreten. Nachdem die Münze geworfen wurde und man dem Gegner den Kickoff überlassen hat, lässt sich mit dem Kickoff Return eine gute Ausgangsposition für die erste Angriffsserie schaffen. Die Steuerung funktioniert dabei gewohnt präzise. Mit etwas Geschick, also dem richtigen Buttondruck zur richtigen Zeit, können Verteidiger ausgetrickst und so wichtiger Raumgewinn erzielt werden.

Schließlich befindet sich die Offensiv-Formation am Feld. Die Wahl des besten Spielzugs aus dem sogenannten Playbook – der Taktik-Fibel, die alle Spielzüge beinhaltet - ist in Ermangelung eines vorhandenen Offensiv-Koordinators sowie des fehlenden Expertenwissens allerdings ein Ratespiel. Dank Madden, der die Auswahl einschränkt, wird aber doch noch ein vielversprechender Spielzug gefunden. Als Erstes muss ein Laufspiel herhalten. Aufgrund der guten Arbeit der Blocker und eines gebrochenen Tackles sind schnell einige Yards gut gemacht und ein weiteres First Down geschafft. Die von der KI gesteuerten Teamkollegen halten sich an die vorgegebene Taktik. Sofern man sich seinen Laufweg gemerkt hat, sind die Erfolgschancen recht hoch, erfolgreich in Richtung Endzone zu gelangen.

Nach einem angetäuschten Wurf des Quaterbacks und anschließendem 23-Yard-Pass landet der Football in den Armen des Receivers, der dem Safety, dem Spieler der letzten Verteidigungsreihe, enteilt und den ersten Touchdown des Spiels erzielt. Beim Passspiel kann mittels Druck auf einen Button ein Wurf angetäuscht werden. Für einen erfolgreichen Pass sind zwei Dinge besonders wichtig: Im Gewusel der Spieler muss die Übersicht behalten und auf den richtigen Moment für das Abspiel gewartet werden. Im Vergleich zum Laufspiel ist dafür etwas Übung notwendig.

Dem ersten Eindruck nach hat sich an der Spielmechanik nur marginal etwas geändert. Doch das täuscht, denn mit "Pro-Tak" wurde eine vor allem für Profis sinnvolle Änderung vorgenommen. Mit dem rechten Stick lassen sich nun Tackles fast punktgenau ausführen und der Quarterback darf endlich versuchen, zumindest hie und da im letzten Moment sogenannten Sacks auszuweichen. Dabei versucht die Verteidigung, den Quarterback noch vor der Ballabgabe zu Fall zu bringen.

Nicht ungeteilten Beifall erntet indes das neue "Fight for the Fumble"-Feature, bei dem die beiden Mannschaften um den unbeabsichtigterweise fallengelassenen Football kämpfen. Wer in Ballbesitz gelangt, entscheidet eine Abfolge von Quicktime-Events. Einerseits wird dadurch das Spielgeschehen etwas aufgelockert, andererseits wäre diese wenig kreative Drückerei bei einem Arcade-Titel besser aufgehoben.

Fazit: "Madden NFL 10" ist zweifellos weiterhin die Referenz, wenn es um Football-Simulationen geht. Neuerungen sind heuer allerdings rar, sodass Besitzer der Vorjahresausgabe eigentlich nur einen triftigen Grund haben dürften zuzugreifen: die aktuellen Mannschaftskader. Für ein reines Update ist der Titel dann aber doch ein wenig kostspielig. Wer jedoch noch kein "Madden" sein Eigen nennt und auf der Suche nach dem derzeit besten Football-Spiel ist, wird bei der zehnten Ausgabe der Simulation fündig werden.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360, Wii, PS2, PSP
Publisher: Electronic Arts
krone.at-Wertung: 9/10

von Harald Kaplan

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