Formel 1 gerettet

FIA und FOTA sind sich endlich einig

Sport
24.06.2009 13:42
Die existenzielle Krise der Formel 1 scheint beendet - und mit ihr ein Säbelrasseln auf sehr hohem Niveau. Die FIA und die Teamvereinigung FOTA haben am Mittwoch eine Einigung erzielt und damit die Bildung einer Konkurrenzserie verhindert. Als Teil der Übereinkunft tritt der umstrittene FIA-Präsident Max Mosley im Oktober nicht mehr zur Wiederwahl an, bestätigte er in Paris.

"Es wird zu keiner Spaltung kommen. Wir haben uns über die Kostenreduktion geeinigt", erklärte Mosley im Rahmen des Motorsport-Weltrats im FIA-Hauptquartier auf dem Place de la Concorde. "Es wird nur eine Formel-1-WM geben. Ziel ist es aber, innerhalb von zwei Jahren mit den Ausgaben das Niveau der frühen 1990er Jahre zu erreichen", sagte Mosley.

Die FOTA-Teams hatten vergangene Woche im Streit um die geplante Budgetobergrenze von 40 Millionen Pfund, das sind rund 46,7 Millionen Euro, mit der Gründung einer Konkurrenzserie gedroht und entsprechende Pläne vorangetrieben. Neben der Budgetgrenze wollten sie auch am finanziellen Kuchen, der in der Königsklasse verteilt wird, stärker partizipieren. Mosley und Ecclestone hatten den Teams bisher nur 50 Prozent der Gelder zukommen lassen.

Mosley kandidiert nicht mehr
Entscheidend für den Kompromiss dürfte die Ankündigung von Mosley gewesen sein, im Oktober nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Noch am Vortag hatte der 69-jährige Engländer in einem Brief an die FIA-Mitglieder ganz anderes angekündigt. "Ich stehe nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung", sagte Mosley, der dem weltweiten Dachverband der Autofahrerclubs seit 1991 vorgestanden war. "Nun haben wir Frieden."

Die FOTA-Teams Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Toyota, Red Bull, Toro Rosso und Brawn GP hatten sich für Donnerstag in Bologna zu einem Meeting verabredet, in dem sie weitere Details ihrer Serie hätten ausarbeiten wollen. Die schnelle Einigung kommt daher überraschend. Rechteinhaber Bernie Ecclestone soll Architekt des Kompromisses gewesen sein, gab sich danach "sehr glücklich, dass gemeinsame Interessen gesiegt haben".

Friede bis mindestens 2012
Der Preis dafür ist kein geringer - für beide Seiten. Während die FIA eine langsamere und schrittweise Umsetzung der Kostenreduktion zugestanden hat, um den Teams Personalabbau und Neustrukturierung zu ermöglichen, dürften sich die Rennställe langfristig an die Formel 1 gebunden haben. Ein neues Concorde Agreement, das die Verteilung der Vermarktungsgelder regelt, soll demnächst unterschrieben werden und laut Medienangaben bis 2012 gültig sein.

Auch mit einer Bekanntgabe der offiziellen Startliste für 2010 wurde gerechnet. Williams und Force India hatten sich im Gegensatz zu den FOTA-Teams bereits bedingungslos für die kommende WM-Saison eingeschrieben. Zu den zehn aktuellen Teams kommen noch die drei neuen Rennställe Campos, Manor und USF1.

Lauda mit Kompromiss zufrieden
Niki Lauda ist mit der Einigung zufrieden: "Es war abzusehen, dass es sehr schnell gehen muss. Es ist viel auf dem Spiel gestanden", erinnerte der dreifache F1-Weltmeister. Sieger gebe es im Machtkampf allerdings keinen - weder Mosley noch die FOTA. "Es gibt keinen Sieger, aber auch keinen Verlierer. Niemand hat sein Gesicht verloren", meinte Lauda.

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(Bild: KMM)



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