Sa, 22. September 2018

Heftige Schneefälle

19.02.2009 11:10

Allerorten Lawinengefahr und Verkehrschaos

Gebietsweise extrem hohe Lawinengefahr sowie zahlreiche dadurch oder durch die heftigen Schneefälle bedingte Straßensperren bestimmten am Mittwoch die Situation in weiten Teilen Österreichs. Das Bundesheer bereitete sich auf etwaige Einsätze im Westen und im Süden des Landes vor. Besonders betroffen sind Tirol, Salzburg und die Steiermark, aber auch in Nieder- und Oberösterreich sorgen starke Schneeverwehungen für schwierige Fahrverhältnisse. Positives gab es im Tagesverlauf aus Vorarlberg zu berichten: In Sachen Verkehr kehrte langsam wieder der Normalzustand ein.

Nach Sperren wegen Lawinengefahr waren am Vormittag die Straßen zu den eingeschneiten Ortschaften Lech, Zürs und Stuben am Arlberg wieder befahrbar. Ebenfalls freigegeben wurde die seit Dienstagabend gesperrte Arlbergbahn-Strecke. Wieder befahrbar war laut ÖAMTC-Angaben vorerst auch die Straße von Langen nach St. Christoph (Arlberg). Ab 11.30 Uhr waren nach Schneeräumungen auch wieder Züge über die Gebirgsstrecke unterwegs. In Vorarlbergs Bergen herrschte weiter Lawinenwarnstufe 4. Laut Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) war die Situation bis Mittag vorerst ruhig, Lawinenabgänge waren keine gemeldet worden. Einen Schnee-Rekord vermeldete die ZAMG für die Vorarlberger Landeshauptstadt: Mit 45 Zentimetern liegt in Bregenz derzeit so viel Schnee wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Große Lawinengefahr in Tirol
In Teilen Tirols herrschte große Lawinengefahr, mehrere Straßen waren unpassierbar, Orte wie Galtür im Hinteren Paznauntal in der Nacht auf Mittwoch von der Außenwelt abgeschlossen. "Inzwischen sind sie wieder erreichbar", hieß es bei der Polizei. In den vergangenen 24 Stunden gab es im Raum Arlberg/Außerfern, der Silvretta und entlang der Nordalpen 40 bis 60 Zentimeter Neuschneezuwachs, im Unterland waren es 30 bis 50 Zentimeter. Die Experten des Lawinenwarndiensten rechneten für die kommenden Tage mit einer Entspannung der Lawinensituation. Mittwoch sei jedenfalls der "kritischste" Tag gewesen.

Für einen Tiroler in St. Sigmund im Sellrain hat der Schneeräumeinsatz auf dem Dach seines Hauses mit einer schweren Schulterverletzung geendet. Der Mann wollte aufs Hausdach steigen, um das Dachfenster vom Schnee zu befreien. Dabei rutschte die Leiter weg und der 54-Jährige stürzte etwa drei Meter tief auf einen darunterliegenden Schneehaufen. Er wurde mit dem Hubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen.

Gespannte Situation in Salzburg
In Salzburg gab es zwar vorerst keinen weiteren Neuschnee, trotzdem blieb die Situation gespannt: In den Nordalpen und den Tauern, wo in der Nacht auf Mittwoch bis zu einem Meter Neuschnee gefallen ist, herrschte weiterhin Warnstufe 4. Schneebretter können sich hier schon bei geringen Belastungen lösen. Die wegen Lawinengefahr verhängte Sperre der B165 (Gerlos-Straße) und der B99 (Katschberg-Straße) zwischen Tweng und Obertauern wurde aber wieder aufgehoben. Auch die B159 (Salzachtal-Straße) war nach einem Unfall wieder frei.

Sturmwarnung in der Steiermark
Auf den Schnee folgte in der Steiermark der Sturm: Auf den Bergen im Norden und Nordosten wurden Windspitzen von 100 km/h gemessen, in Tallagen wurden noch 60 bis 70 km/h erreicht. Die Lawinengefahr verschärfte sich indessen durch große Neuschneemengen und Verfrachtungen: Zwei Meter Neuschnee, starker Wind und dazu die kalten Temperaturen waren der Grund für die Lawinenwarnstufe 5 am Loser. Sprengungen waren notwendig, um den Liftbetrieb zu gewährleisten. In den Nordalpen und Niederen Tauern oberhalb von 1.500 Metern galt Lawinenwarnstufe 4, in den niedrigeren Regionen und im Süden herrschte erhebliche Gefahr (Stufe 3). Auf schneeglatten Fahrbahnen kam es zu zwei schweren Unfällen.

Schwierige Fahrverhältnisse in OÖ
In Oberösterreich mussten die Autofahrer auch am Mittwoch noch mit winterlichen Fahrverhältnissen rechnen. Das galt für das nördliche und östliche Mühlviertel, die höhergelegenen Gebiete des Inn- und Hausruckviertels, das Seengebiet sowie das Pyhrn-Eisenwurzen-Gebiet. Der Koppenpass zwischen Obertraun und Bad Aussee in der Steiermark sowie der Hengstpass zwischen Rosenau und Unterlaussa waren wegen Lawinengefahr gesperrt.

Starke Schneeverwehungen in NÖ
In Niederösterreich waren die B20 im Abschnitt Türnitz - Annaberg, die L98 über die Große Kripp und die L6174 zwischen Lunz am See und Lackenhof wegen Lawinengefahr nicht passierbar. Wegen Verwehungen galt dies für die L4056 von Schwarzau bis zum Ochsattel und die L1197 zwischen Theras und Obermixnitz. Im Raum Gaming, Kirchberg a.d. Pielach oder auch Lilienfeld sind in der Nacht auf Mittwoch bis zu 35 Zentimeter Neuschnee gefallen. Im Industrieviertel wie etwa in Neunkirchen waren es 30 Zentimeter, in Weitra im Waldviertel noch immer 15 Zentimeter. Durch den Wind waren im gesamten Landesgebiet auch starke Schneeverwehungen möglich. In den niederösterreichischen Alpen herrschte überwiegend große Lawinengefahr (Stufe 4), im Semmering- und Wechselgebiet lautete die Einstufung des Lawinenwarndienstes auf erheblich (Stufe 3). Vor allem im Tourenbereich blieb die Situation angespannt.

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