Mi, 15. August 2018

"Val M'Isere"

10.02.2009 14:03

ÖSV-Herren schlecht wie schon lange nicht mehr

Die ÖSV-Herren haben in Val d'Isere den schlechtesten WM-Start der Nachkriegszeit hingelegt. Die drei ersten Bewerbe ohne österreichische Herren-Medaille hat es von Aspen 1950 bis Aare 2007 kein einziges Mal gegeben. Ein derartiges Ergebnis hatte es zuletzt in der grauen Vorzeit in den 1930er-Jahren gegeben. Österreichs Herren sind bei den laufenden Titelkämpfen 2009 in Val d'Isere in Super-G, Abfahrt und Super-Kombination leer ausgegangen.

"Natürlich tut mir das Herz weh, wenn wir nach drei Herren-Bewerben keine Medaille haben. Wir sind alle deprimiert, wenn es so wie jetzt einfach nicht läuft", gestand ÖSV-Alpinchef Hans Pum unmittelbar nach der Super-Kombi, bei der Romed Baumann als einziger Österreicher ins Ziel kam und Rang acht belegte.

Keine Schnellschüsse
Auf die Frage, ob nun personelle Konsequenzen im Trainerstab zu erwarten sind, meinte Pum: "Es wird ganz sicher keine Schnellschüsse geben. Wir werden die Ergebnisse und Ereignisse ganz genau analysieren. Dass der Druck auf alle Beteiligten größer wird, ist logisch. Aber ich kann versichern, dass wir in der Vorbereitung alles gemacht und unternommen haben."

Mit einer Portion Zynismus meinte Pum, der seit 1996 Alpinchef ist, weiter: "Und wenn die Welt nicht untergeht, dann haben wir ja hier noch weitere Chancen auf eine Medaille." Genau zwei Chancen haben Benjamin Raich und Co. noch, nämlich in Riesentorlauf (Freitag) und Slalom (Sonntag).

Pum kryptisch: "Ein paar Sachen werden sich ändern"
Pum stellte sich ganz klar vor den von Toni Giger angeführten Trainerstab der ÖSV-Herren. "Wir haben eine super Partie beisammen. Jeder unserer Trainer kämpft wie ein Löwe." Doch Pum versprach gleichzeitig auch: "Ein paar Sachen werden wir sicher ändern." Was genau damit gemeint ist, wollte der 54-Jährige jedoch zunächst nicht verraten.

Giger: "So brutal kann Sport sein"
Auch Toni Giger nahm zu den möglichen Gründen für das schlechte Abschneiden der Österreicher Stellung: "So ist der Sport. Der Sport kann manchmal sehr brutal sein. Drei Bewerbe ohne Medaille, das ist absolut nicht das, was wir uns erwartet hatten. Bei dieser WM läuft es absolut nicht nach Wunsch. Aber eine Krise schaut anders aus." Bezüglich kurzfristiger Konsequenzen sagt Giger: "Wir müssen nachdenken und eventuell Kleinigkeiten rausholen. Jeder der drei Bewerbe muss einzeln aufgearbeitet werden. Wir dürfen uns jetzt nicht irgendetwas einbilden, wie zum Beispiel, dass uns der Berg einfach nicht liegt oder wir nur Pech haben. Das kann schnell nach hinten losgehen."

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