Fr, 14. Dezember 2018

Wenig Parteitreue

02.02.2009 13:19

Mehrheit der Kärntner wählt "unterschiedlich"

Am 1. März wird in Kärnten gleich dreimal gewählt. Dabei unterscheiden die Wähler laut IMAS-Umfrage genau zwischen Landtags- und Gemeinderatswahl: Nicht einmal die Hälfte will bei beiden Wahlen der gleichen Partei ihre Stimme geben. In den Kommunen kommt es vor allem auf den Spitzenkandidaten an. Gefühlsmäßig sehen die Kärntner die FPÖ und die SPÖ am ehesten im Aufwind, die Einschätzung gegenüber dem BZÖ hat sich dagegen ins Negative gedreht - siehe Grafik oben.

"Nur 44 Prozent der Kärntner wollen einer Partei auf beiden politischen Ebenen treu bleiben", hat Paul Christian Eiselsberg von IMAS herausgefunden. "Für zwei Fünftel steht fest, dass sie ihre politische Gunst an unterschiedliche Parteien vergeben werden."

Eine besondere Neigung, ihre Stimmen aufzuteilen, haben laut der "Krone"-Exklusivumfrage Angehörige mit Uni-Ausbildung und Unentschlossene. Die treuesten Anhänger finden sich bei der SPÖ: Sie wollen zu zwei Drittel sowohl im Land als in der Gemeinde für ihre Partei stimmen. Auch die Schwarzen erweisen sich mit 60 Prozent als relativ parteitreu, von den BZÖ-Fans sind es jedoch nicht einmal die Hälfte.

Persönlichkeit auf Gemeindeebene wichtiger
Die hohe Zahl der Wechselwähler lässt sich auch damit erklären, dass auf Gemeindeebene der Spitzenkandidat weit wichtiger als das Parteiprogramm ist. "Für 62 Prozent der Kärntner zählt vor allem der Mann oder die Frau, die sich der Wahl stellen", analysiert Eiselsberg.

"Gerade bei einer Kommunalwahl misst die Bevölkerung der persönlichen Integrität und Sympathiewirkung der Kandidaten eine besonders hohe Bedeutung bei." Auf Landesebene ist dies nicht so ausgeprägt: Je ein Drittel hält das Programm, den Kandidaten oder beides zusammen für wichtig.

Etwa ein Drittel ist zu Beginn der heißen Wahlkampfphase auch überzeugt, dass das BZÖ die Probleme der Kärntner am ehesten lösen kann. Allerdings haben die Orangen gegenüber der Umfrage vom November 2008 leicht verloren. Um je zwei Prozent zugelegt haben dafür SPÖ und ÖVP, allerdings liegen sie doch deutlich zurück. Je fünf Prozent ordnen den Grünen und der FPÖ Lösungskompetenz zu.

FPÖ gefühlsmäßig bei Wählern im Aufwind
Das scheint aber nichts damit zu tun zu haben, welche Parteien die Kärntner gefühlsmäßig im Aufwind sehen: Hier legt die FPÖ mit zehn Prozent gegenüber November 2008 am stärksten zu. Die SP verbesserte sich von 24 auf 31 Prozent, nur 14 Prozent glauben, dass die Genossen schlecht abschneiden werden.

Anders beim BZÖ: Nur 28 Prozent sehen die Orangen noch im Aufwind, 34 Prozent sagen, mit dem BZÖ geht es derzeit eher bergab. Auch bei den Grünen und der VP überwiegen die Abstiegs-Vermutungen.

von Waltraud Dengel, Kärntner Krone

Am Dienstag in der "Kärntner Krone": Wahlplakate unter der Lupe!

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