Transrapid-Unglück

Heftiger Streit soll Grund für Unfall gewesen sein

Ausland
07.05.2008 13:07
Ein Streit in der Leitstelle der Magnetschwebebahn-Teststrecke im deutschen Emsland war möglicherweise ein Grund für die Transrapid-Katastrophe mit 23 Toten im September 2006. Vor dem Unglück habe es eine Auseinandersetzung zwischen dem Fahrdienstleiter und weiteren Mitarbeitern gegeben, sagten beide Angeklagten am Dienstag vor dem Landgericht Osnabrück. Eine eigene Schuld an dem Unglück wiesen der ehemalige und der jetzige Leiter der Versuchsanlage zurück.

Die Magnetschwebebahn war mit 170 Stundenkilometern auf ein Wartungsfahrzeug geprallt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten fahrlässige Tötung vor, weil Sicherheitsvorschriften missachtet worden sein sollen. Dabei geht es um eine Fahrwegsperre, die nicht eingeschaltet war. Angeklagt ist auch der Fahrdienstleiter, der jedoch nicht verhandlungsfähig ist. Er ist in einem aufgezeichneten Funkspruch mit den Worten zu hören: "Es ist vergessen worden, das Sonderfahrzeug von der Strecke wegzurangieren."

Angeklagte "honorige Personen"
Die Angeklagten können auf ein mildes Urteil hoffen. Die Strafe werde sich wohl am unteren Rand bewegen, sagte Oberstaatsanwalt Hubert Felskamp. "Die Angeklagten waren honorige Personen, die immer auf die Sicherheit geachtet haben." Die Höchststrafe für die den Angeklagten zur Last gelegte "fahrlässige Tötung durch Organisationsverschulden" sind fünf Jahre Haft. An den sechs angesetzten Verhandlungstagen will das Landgericht Osnabrück noch Verletzte, Gutachter und Vertreter des Landesamts für Verkehr sowie des Eisenbahnbundesamtes hören. Am 21. Mai soll ein Urteil fallen.

Seit dem Unglück steht die Magnetschwebebahn auf der Versuchsstrecke still. Eine neue Betriebserlaubnis ist beantragt. Ein Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags beschäftigt sich mit dem Vorfall. Kritiker sehen wenig Sinn in dem Projekt, da nach dem Aus für den Transrapid in München derzeit weltweit kein kommerzieller Einsatz vor der Realisierung steht. Die Patente der immer wieder als Hochleistung deutscher Ingenieurskunst gepriesenen Hochtechnologie stammen aus dem Jahr 1934.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
07.05.2008 13:07
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt