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20.06.2013 - 02:17

Schweizer erschießt "Heinrich XIV." auf Spielplatz

21.08.2012, 17:00
Schweizer erschießt "Heinrich XIV." auf Spielplatz (Bild: Gemeinde Zwischenwasser)
Foto: Gemeinde Zwischenwasser
Riesenempörung in der beschaulichen Ländle- Gemeinde Zwischenwasser in Vorarlberg über einen skrupellosen Waidmann aus der Schweiz: Nur 50 Meter vom nächsten Haus entfernt und mitten auf einer beliebten Spielwiese erschoss der eidgenössische Waidmann 16- Ender- Hirsch und Dorf- Maskottchen "Heinrich XIV."

"'Heinrich XIV.' hatte bei uns Kultstatus. Er war der Liebling der Kinder. Jedes Jahr zwischen Februar und August kam das Tier in den Ort, manche haben ihn sogar mit Obst gefüttert", trauert eine Nachbarin aus Zwischenwasser um den Hirsch.

"16- Ender war unser Maskottchen"

Und auch Bürgermeister Josef Mathis zeigt sich im "Krone"- Gespräch betroffen: "Der 16- Ender war seit Jahren unser Maskottchen. Der Hirsch kam jedes Jahr im Sommer zu uns. Er hatte zwar 16 Enden, seinen Spitznamen 'Heinrich XIV.' hatte er sich aber schon vor einiger Zeit erworben. Viele Bürger sind jetzt sehr traurig." Doch wie konnte es zu dem Abschuss auf einer beliebten Spielwiese und nur 50 Meter vom nächsten Haus entfernt überhaupt kommen? Es war kein Einheimischer, der dem kapitalen Hirsch den Garaus machte, sondern ein Schweizer Jagdtourist.

Schweizer erlegte Hirsch mit gezieltem Schuss

Der eidgenössische Waidmann ging am vergangenen Donnerstagabend gemeinsam mit dem Jagdaufseher Rainer F. auf die Pirsch, als plötzlich der 16- Ender aus dem Dickicht hervortrat und auf die Wiese kam. Sofort griff der Schweizer zur Flinte und erlegte den 230 Kilo schweren Geweihträger mit einem gezielten Schuss. Die Trophäe soll schon bald in seiner Stube hängen.

Der Jagdaufseher verteidigt das Verhalten und seinen Freund: "Es bestand keine Gefahr für Menschen. Der Abschuss des Hirsches war völlig legal." Die Empörung in der Gemeinde ist dennoch riesig. "Das ist doch pietätlos, ein Tier abzuknallen, das vor Menschen keine Scheu hat." Ortschef Mathis: "Rein rechtlich ist ihm nichts vorzuwerfen. Aber wir hätten uns wirklich einen anderen Abschussort gewünscht..."

Gregor Brandl, Kronen Zeitung
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