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27.05.2016 - 20:04
Foto: Universal Music

David Garrett über Nacktszenen und Übungsstunden

11.05.2013, 14:38
Stargeiger David Garrett ist nicht nur mehrfach prämierter Top-Musiker und Garant für hohe Verkaufszahlen, sondern auch an der Schauspielerei interessiert. Für "Der Teufelsgeiger" hat er sich die Rolle des Niccolò Paganini auf den Leib schreiben lassen. Vor seinem Konzert am 13. Mai in der Wiener Stadthalle hat er sich mit der "Krone" unterhalten.

"Krone": Du hast letztes Jahr zum zweiten Mal in Serie den Echo- Klassik- Award in der Kategorie "Bestseller des Jahres" für dein Album "Legacy" gewonnen. Wie viel ist dir so eine Auszeichnung wert?
David Garrett: Es ist natürlich eine große Ehre. Es ist ein krönender Abschluss für ein Projekt, an dem man lange gearbeitet hat. Insgesamt ist das auch schon mein fünfter Echo. Zweimal Klassik, zweimal Pop und einen für die DVD. Auf der einen Seite sind da schon ein paar zusammengekommen, auf der anderen Seite war der Anspruch da, noch einmal irgendwie einen zu bekommen.

"Krone": Nach vielen Erfolgen in der Musik bist du jetzt unter die Schauspieler gegangen.
Garrett: Würde ich jetzt so nicht sagen, worauf willst du hinaus?

"Krone": Auf den "Teufelsgeiger", wo du Niccolò Paganini spielst. Wo sind für dich die Unterschiede zwischen Schauspiel und Musik?
Garrett: Die Rolle lebt natürlich durch die Musik, und deswegen hab' ich sie mir auch zugetraut. In dem Moment, in dem ich das dann initiiert habe, dachte ich: "Jetzt kommst du da auch nicht mehr so leicht raus", und habe das dann knallhart durchgezogen. Du musst beim Schauspiel und in der Musik sehr gut zuhören und reagieren können. In der Musik lernt man ja auch, nicht nur seinen eigenen Part zu kennen, sondern die ganze Partitur. Das war für mich recht einfach, weil ich viel am Drehbuch mitgeschrieben habe. Man muss auf die Artikulation und die Phrasierung achten, um dann jedes Mal eine andere Reaktion zu haben. Wiederholungen sind monoton und langweilig, so ist das Leben ja nicht. Man versucht mit der Musik als auch mit dem Schauspiel ein bisschen Leben wiederzugeben. Du musst auch eine gewisse Art von Spontanität haben.

"Krone": Hattest du beim Schauspielen auch mal größere Probleme, weil es für dich ungewohnt war?
Garrett: Ich dachte mir nur immer, "oh Gott, hoffentlich vergisst du deinen Text nicht". Das hat sich dann aber gar nicht als Problem herausgestellt. Komischerweise war ich dann der einzige am Set, der seinen Text nie vergessen hat. Obwohl ich weiß, wie es ist, als junger Musiker früh Erfolg zu haben und unter Druck zu stehen, waren das Emotionen, die mir sehr nahe lagen. Aber ich konnte mich auch dementsprechend gut in die Situation hineinversetzen, und alles entwickelte sich sehr natürlich.

"Krone": In dem Film gibt es auch Nacktszenen mit dir, und in einem Interview hast du gesagt, du hättest das schön gefunden.
Garrett: Was heißt schön gefunden? Ich habe mich dementsprechend darauf vorbereitet. Wir kommen alle nackt zur Welt und sind immer wieder nackt. Da habe ich ein gesundes Gefühl zum Körper. Ich bin ja nicht der einzige, der nackt durch die Gegend gelaufen ist. Es sieht ja blöd aus, wenn ich angezogen bin und die Dame neben mir nichts an hat. Es muss alles passen. Wenn es ein Teil der Geschichte ist und es die Situation beschreibt, ist das okay. Das hat ja auch mit dem Typ Paganini zu tun. Er hat Frauen geliebt und das muss dann auch so rüberkommen. Keine große Sache.

"Krone": War es schwierig, sich in diese Rolle zu begeben?
Garrett: Bei dieser Rolle eigentlich gar nicht, weil sie eben so nah zu meinem Leben stand.

"Krone": Nachdem du schon so früh mit dem Geigespielen begonnen hast, fehlt dir da im Nachhinein ein Stück Kindheit?
Garrett: Mit Sicherheit. Im Nachhinein sieht man das schon so, aber es ist ja nicht wiederholbar, ich kann das nicht mehr aufholen. Sicherlich probiert man das mal, aber irgendwann merkt man, dass das eigentlich nur eine Wunschvorstellung ist. Wenn man ein bisschen Verstand hat, lebt man den Moment so gut wie möglich und vergisst das Ganze.

"Krone": Auf deinem aktuellen Album "Music" hast du Songs von Ludwig van Beethoven über Coldplay bis hin zu Michael Jackson gecovert.
Garrett: Das war auch der Ansatz, etwas zu machen, das auf der einen Seite vielleicht nicht zu passen scheint, auf der anderen aber dann doch wieder. Es war dann sehr einfach einen Albumtitel zu finden, weil das ganze Konzept sich darin widerspiegelt. Anfangs war das Konzept, kein Konzept zu haben – so bescheuert sich das auch anhört. Manchmal entstehen durch Zufälle oder die Suche nach etwas Neuem etwas, das dann wiederum Sinn ergibt. Ich habe einfach sehr viel für dieses Crossover- Projekt ausprobiert, und daraus ist auch wieder Neues entstanden. Ich fand es dann schade, mich – so wie früher oft – auf eine Richtung zu fokussieren. Dieses Mal eben nicht.

"Krone": Hast du auch einen roten Faden auf dem Album?
Garrett: Im Endeffekt muss das dann natürlich harmonisch zusammenpassen. Ich habe mich für die Sachen entschieden, die musikalisch wertvoll sind und auch interessant von der Struktur. Es war etwas Neues.

"Krone": Sind gewisse Songs trotz deiner Erfahrung schwerer einzuspielen als andere?
Garrett: Den richtigen Ansatz zu finden, ist schwieriger als das Einspielen selbst. Wenn du mal eine Idee hast, dann funktioniert das auch.

"Krone": Du vermischst ja gerne klassische Musik mit Unterhaltungsmusik. Damit willst du schon auch das jüngere Publikum ansprechen?
Garrett: Klar. Das ist die Zielsetzung, die ich immer habe. Auch dahingehend, dass sich das Publikum, das sich meine Crossover- Konzerte ansieht, auch mal rein klassische Konzerte von mir ansieht.

"Krone": Hörst du auch privat viel Rock- und Pop- Musik?
Garrett: Das ist sehr ausgewogen. Es kommt immer darauf an, was ich gerade vorbereiten will. In der Freizeit ist es sehr vermischt.

"Krone": Gibt es Musiker, mit denen du unbedingt einmal zusammenspielen möchtest?
Garrett: Es gibt viele Musiker aus den verschiedensten Bereichen. Das ist auch so ein Projekt, das ich gerne mal umsetzen möchte.

"Krone": Du veröffentlichst fast jährlich eine CD, bist oft auf Tour und hast viele Promo- Termine. Wie entspannst du dich da?
Garrett: Dieser typische Tag, an dem ich mal nicht über Musik nachdenke, der ist selten. Ich kann nicht so viele andere Sachen machen, und deshalb bietet es sich auch an, etwas zu machen, was mir Spaß macht. Mir wird sonst langweilig. Ich will auch das Gefühl haben, dass ich in meinem Leben was bewege.

"Krone": Welchen Stellenwert hat Musik für dich?
Garrett: Momentan den Allergrößten. Musik hat für mich Priorität in allen Lebenslagen. Es ist Beruf, Hobby, Leidenschaft und Ablenkung.

"Krone": Spielst du auch andere Instrumente?
Garrett: Ich spiele gebrochen Klavier, aber das Hauptinstrument ist bei mir doch die Geige.

"Krone": Was kann man sich von deinem Crossover- Liveprogramm in der Wiener Stadthalle erwarten?
Garrett: Es wird eine tolle Produktion geben, die wir im Laufe der Zeit immer stärker weiterentwickelt haben. Sie wird auch immer interessanter und passt besser zur Musik. So etwas zu entwerfen war auch für mich Neuland, macht aber auch wahnsinnig viel Spaß.

"Krone": Wie schwierig ist es für dich, eine Setlist für Konzerte auszuwählen?
Garrett: Ich sitze nicht vor dem Stück Papier und sage, "so, das ist jetzt die Setlist". Es ist schon etwas, wo ich mir bewusst Monate lang Gedanken darüber mache. Dann kommt der Moment, an dem du das auch richtig festhalten musst. Wenn ich so weit bin, dann geht es relativ zügig.

"Krone": Wie viel Zeit verbringst du am Tag mit der Geige?
Garrett: Wenn ich gerade reise ist es natürlich schwierig, da versuche ich halt in den Zwischenräumen etwas zu üben. Optimal wären schon zwei bis drei Übungsstunden pro Tag als Minimalziel. Alles darüber hinaus ist dann schon Bonus.

Am 13. Mai ist Stargeiger David Garrett mit seiner Crossover- Show in der Wiener Stadthalle zu Gast. Karten erhalten Sie unter 01/960 96 999 oder im "Krone"- Ticketshop .

11.05.2013, 14:38
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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