Do, 26. April 2018

Seiten gewechselt?

31.03.2018 08:12

Krimi um Tod von Putins Ex-Minister in den USA

Jetzt haben auch die Amerikaner einen unter verdächtigen Umständen zu Tode gekommenen Russen, noch dazu einen Promi: Das Opfer ist kein Geringerer als der russische Ex-Minister Michail Lessin. Und der Tatort ist nichts Geringeres als das Zimmer eines Luxushotels in der US-Hauptstadt Washington. Wollte der Ex-Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin etwa die Seiten wechseln? Das FBI ermittelt.

Alles ist außerordentlich an dieser Affäre. Die Umstände des Todes von Lessin sind so ungewöhnlich wie die Agentenstory um den Nervengiftanschlag in Großbritannien. Der russische Ex-Minister, dessen Leben in Washington geendet hat, war einmal ganz eng an der Seite des Kremlchefs gestanden: Er war Putins „Medienunterdrückungsminister“ und Gründer des Kreml-Propagandasenders Russia Today.

Mit zertrümmertem Schädel in Nobelhotel gefunden
Nach und nach kam es jedoch zu einer Entfremdung zwischen den beiden. Anfang November wurde Lessin dann mit zertrümmertem Schädel im Zimmer eines Washingtoner Nobelhotels aufgefunden. Die lokale Polizei ortete einen Sturz im volltrunkenen Zustand und legte den Fall ad acta. Mit der Affäre um den in Großbritannien vergifteten Ex-Spion Sergej Skripal wurde jedoch das FBI hellhörig, das nun eine neue Ermittlung zu den vielen Ungereimtheiten, die auf einen Mordanschlag hindeuten, eingeleitet hat.

Hätte Termin im US-Justitzministerium gehabt
Schädelzertrümmerung durch einen einfachen Sturz? Wurde der Ex-Minister vielmehr mit einem schweren Gegenstand erschlagen? Weshalb? Vielleicht deshalb: Lessin hätte am Tag darauf einen Termin im US-Justizministerium gehabt. Wollte er mit russischen Staatsgeheimnissen zu den Amerikanern überlaufen? Zuletzt war Lessin ein vermögender und dubioser Geschäftsmann gewesen. Wollte er der US-Justiz einen Tauschhandel anbieten: Ich liefere euch was ihr wollt und ihr lässt die Geldwäschermittlungen gegen meinen Sohn fallen?

Sohn als Strohmann für Fluchtkapital aus Russland?
Lessin junior lebt in den USA und besitzt in Kalifornien Immobilien im Millionenwert. Es gibt den Verdacht, er sei nur der Strohmann, besser gesagt: Strohsohn seines Vaters, für Fluchtkapital aus Russland. Das FBI wird den Sohn jedenfalls nicht mehr loslassen, denn diese Geldwäsche wäre eine Verletzung der Sanktionen und da kennen die USA keinen Spaß. Und bei Lessin senior würde das FBI gerne den Mörder fangen. Aber vielleicht befand gerade der sich unter den 60 Spionagediplomaten, die am Donnerstag aus den USA ausgewiesen worden sind

Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden